Andreas Schessl: München Musik

Shownotes

München Musik ist einer der großen privaten Konzertveranstalter. Die von Andreas Schessl aufgebaute Unternehmensgruppe ist nicht nur in Deutschland aktiv, sondern auch in Österreich und der Schweiz. Hinzu kommen der Betrieb einer Künstleragentur, Eventveranstaltungen mit Show, Entertainment und Filmmusik. Im Gespräch mit Gerald Mertens blickt Andreas Schessl in seinen Maschinenraum.

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Transkript anzeigen

00:00:00: Klangvoll

00:00:05: aus dem Maschinenraum des Musikbetriebes.

00:00:09: Der Podcast von Geralt Mertens und Short Music.

00:00:16: Willkommen zu dieser Folge von Klang voll, ich bin Geralt Merthens Leitende Direktor der Zeitschaft das Orchester.

00:00:21: mein heutiger Gast ist Andreas Schessel mit seiner Unternehmensgruppe München Musik ister einer der großen privaten Klassik-Musikunternehmer in Deutschland.

00:00:31: lieber Schessel Danke, dass wir einen Platz in Ihrem Kalender gefunden haben.

00:00:35: Danke für Ihre Zeit und ich bin sehr gespannt auf den Blick in Ihren Maschinenraum.

00:00:39: herzlich willkommen!

00:00:41: Ebenfalls herzlichen Willkommen von meiner Seite

00:00:44: Herr Schessel.

00:00:45: Sie sind jetzt seit gut vierzig Jahren, ich glaube sie hat genau zweiundvierzig Jahre im Veranstalter-Geschäft tätig Und Sie haben ganz klein im studentischen Umfeld mal angefangen und in München ihre ersten Konzerter veranstaltet also wirklich von der Picke auf Konzertgeschäfte gelernt oder selbst entwickelt, sie haben aber Horn und BWL studiert.

00:01:06: Und da würde mich Eingangs schon mal interessieren warum Sie aus einer Musikerfamilie stammend Generationen von Vorfahren und Verwandten sind alles Berufsmusiker gewesen dann doch nicht Hornlist geworden sind.

00:01:17: was war der konkrete Anlass sich vom Instrument abzuwählen?

00:01:21: Also, ich will mal sagen abwenden ist viel zu hart weil die Musik hat einen viel zu großen Platz in meinem Leben und beim Herzen auch das Hauen natürlich insbesondere.

00:01:32: Aber ich habe natürlich in meinem Elfenhaus gesehen was es bedeutet Musiker zu sein also wenn man unter Lampenfieber zum Beispiel leidet.

00:01:41: das habe ich bei meinem Vater sein Leben lang beobachtet Wenn der Tag schon schlecht anfängt weil am Abend ein großes Konzert ist.

00:01:49: Ich muss sagen, das ist schon die große Belastung und ich auch heute hinter der Bühne oft sehe.

00:01:54: Und ich glaube, dass meine Fähigkeiten so besser eingesetzt sind – und es gibt andere tolle Honesten, die das besser können!

00:02:04: Insofern war die Entscheidung für mich relativ früh klar.

00:02:07: Für meine Eltern tatsächlich war das keine Leitentschaltung.

00:02:10: Was haben Ihre Eltern gesagt?

00:02:13: Also natürlich sagen Eltern nicht, da macht so ein Fehler oder so.

00:02:18: Aber natürlich... also eine lustige Anekdote.

00:02:22: Da gab es mal einen Gespräch mit einem Forscher der irgendwie über die Musikerfamilie Schöße geforscht hat und dann hat meine Mutter so gesagt, naja wenigstens eine Musiker haben wir noch zusammengebracht!

00:02:34: Und ich war ihr nicht böse aber es ist so ein bisschen... Es zeigt natürlich Wie wichtig in unserer Familie Musik war.

00:02:41: Das alles hat sich den ganzen Tag darum nur darum gedreht und der Musikraum wurde quasi stundenplanmäßig vergeben.

00:02:49: also drei Kinderproben, Musiker... Also das war eben sehr, sehr wichtig!

00:02:57: Lassen Sie uns mal über Ihr Unternehmen sprechen unter den Dach von München Musik.

00:03:01: Das ist ja quasi die Dachmarke, verbirgt sich ja ein ganzes Firmen- und GmbH-Geflicht zwischen München Stuttgart Nürnberg Berlin.

00:03:10: Und können sie das jenseits des Blicks ins Handelsregister für einen Außenstehenden mal ganz grob transparent machen?

00:03:16: Was alles zu Ihrer Firma gehört?

00:03:19: Zu den Einzelheiten was diese einzelnen GmbHS machen kommen wir dann gleich nochmal.

00:03:24: Also letztendlich ist es so, das ist organisch gewachsen und München Musik ist sozusagen das Herzstück zunächst mal.

00:03:33: Und natürlich könnte man viele dieser GmbHs auch in eine einzige Gmbh transferieren.

00:03:42: aber es ist eine sehr gute Hilfe strukturiert zu bleiben und auch Partner haben zu können die Interessen Sphären auch entsprechend geografisch inhaltlich abzugrenzen.

00:03:56: Mir hat es immer sehr geholfen und ich glaube, das ist ein gutes System den Überblick zu behalten.

00:04:02: Und wenn wir jetzt aber auf München Musik gucken dann ist da ja quasi der Kern sozusagen Klassikgeschäft in München, wenn man das mal so sagen darf.

00:04:10: Und dann ... Sie haben ja... Es ist noch gar nicht so lange her, dass sie auch die Konzertdirektion Adler in Berlin übernommen haben.

00:04:16: Dann haben sie noch weitere Standorte in Stuttgart und Nürnberg aber in Münchern gibt es ja noch mehr.

00:04:21: da gibt es hier auch noch Allegria und Event und vielleicht können sie da nochmal ein bisschen reinleuchten weil das ja schon ungewöhnlich ist, weil das nicht der reine Klassiker Veranstaltungsmarkt ist.

00:04:30: Das ist ja noch ein bisschen, Sie sagen organisch gewachsenes hat sich ja auch nochmal entwickelt also in dieser anderen Firmenzweige was in den anderen Bereichen noch mit?

00:04:39: Also was mir von Anbeginn sehr wichtig war ist, dass es... ich glaube das hat schon Elena Börster gesagt.

00:04:46: Es gibt keine gute und schlechte Musik, also gibt man gute und schlechtem Musik, es gibt nicht Klassik oder U usw.

00:04:53: Ich habe mich immer für sehr viel mehr als in Anfangsstrichen nur die Klassiker interessiert.

00:05:04: Da wurde ich am Anfang auch sehr schäl angesehen von meinen Kollegen hier, wie man denn Gorskull veranstalten könnte oder auch Jazz und so weiter.

00:05:13: Das war ein bisschen verdächtig aber es macht wahnsinnig viel Freude.

00:05:19: Und die Tatsache dass sich das seit zweiundvierzig Jahren nun tatsächlich mit sehr sehr viel Freuden mache glaube ich hat auch damit zu tun, dass man immer wieder in neue Bereiche eintauchen kann Und wir sehen sie auch an heutigen jungen Künstlern, die nicht mehr so ganz trennscharf unterwegs sind in der Klassik und im Jazz.

00:05:39: Und vielleicht auch in der Filmmusik.

00:05:42: Das tut glaube ich insgesamt der Musik gut.

00:05:45: Ich glaube das hat nichts damit zu tun dass man immer noch ... Also meine DNA ist natürlich immer noch ein Anführungsstrich, eine reine Klassiker aber da ist eben mehr draußen und das finde ich auch spannend.

00:05:58: Wenn wir auf den deutschen privaten Klassikmarkt schauen, wer sind weitere große Player?

00:06:03: Also mehr fällt da konkret natürlich die deutsche Klassika ein.

00:06:07: Die ja mehr in Hamburg, Nord- und Westdeutschland unterwegs ist.

00:06:10: Wen muss man noch im Blick haben so in ihrem Levelplaying Field?

00:06:16: An privaten Veranstalten, das sind schon die beiden größeren Veranstaltter.

00:06:22: Aber natürlich gibt es auch private Festivals.

00:06:24: Ich möchte das Rheingau-Festival zum Beispiel erwähnen und ist auch kein kleiner Player sondern eher groß.

00:06:32: aber Instagram hat sich veranstalter Landschaft natürlich nicht so leicht.

00:06:38: insofern sind viele von diesen kleineren privaten Musikvereinen, auch die ich aus der Kammermusik zum Beispiel kenne.

00:06:49: Das sind weniger geworden einfach weil es eben nicht so wahnsinnig leicht ist.

00:06:53: und dann muss man natürlich sagen in der gesamten, wenn ich die gesamte Klassik ansehe, dann ist natürlich der größte Player sind nicht private sondern ist die Gesamtheit der städtischen staatlichen institutionellen Konzertveranstalter dann einen sehr großen Anteil haben.

00:07:12: Gut zum Privat- und öffentlich.

00:07:13: kommen wir nachher noch mal, aber nochmal zu Ihrem Unternehmen.

00:07:17: wie koordiniert man bei München Musik so ein Unternehmensgeflecht an verschiedenen Standorten mit gut neunzig Mitarbeitenden, sechshundert Veranstaltungen im Jahr davon rund dreihundert in München?

00:07:27: Fünfundachzig Millionen Euro Umsatz ist ja auch durchaus eine Schlachtzahl.

00:07:32: Können Sie mal kurz beschreiben, wie sie das koordinieren?

00:07:35: Weil Sie sitzen ja quasi mit München Musik und als Obersterchef wenn man zu sagen darf.

00:07:39: Und Eigentümer sitzen da oben drüber.

00:07:41: aber Sie haben ganz viele kleine Gesellschaften oder mittelgroße Gesellschaften die ja koordiniert werden müssen in den Aktivitäten.

00:07:47: Wie machen Sie

00:07:48: das?

00:07:49: Das wächst ja!

00:07:50: Das ist ja nicht so dass man anfängt und dann hat man sechshundert Veranstaltungen dastehen sollen.

00:07:55: Das ist alles organisch über viele Jahre gewachsen und da gibt es Zuständigkeitsbereiche einerseits regional organisiert, natürlich auf der anderen Seite inhaltlich.

00:08:06: Also es gibt natürlich Veranstaltungen die wir in allen unseren Standorten durchführen oder anbieten.

00:08:14: dann ist das eben ein Projektmanager, der das macht.

00:08:17: also das klingt so viel aber dass ist eigentlich gut koordinieren und natürlich wir brauchen kompetente Mitarbeiter und ich glaube die haben wir absolut in unserem Team ein hohes Maß an, wie soll ich sagen Eigeninteresse an der Musik und an den Veranstaltungen da sehr viel Kompetenz.

00:08:43: Viele die selbst in der Musik groß geworden sind oder mit Musik großgeworden sind und dann eben noch vielleicht obendrauf BBL oder einfach beim Festival gelernt.

00:08:55: also das heißt am Ende ist es eigentlich gar keine so große Aufgabe, würde ich mal sagen.

00:09:01: Führt eine Konzentration im privaten Veranstaltermarkt.

00:09:04: Also es gibt mehr oder weniger zwei große und dann gibt's noch mehrere kleinere und jetzt gibt die Festivals, aber führt so eine Konzentration nicht auch zu wenig Vielfalt?

00:09:13: Sie sagten eben selbst also es gibt ein Projektmanager der eine Tour oder einen bestimmten Künstler an mehreren Standorten dann platziert, aber dann wird an mehrere Standorte ja meistens auch dasselbe gespielt wie Orchester ebenso auf Tour ist oder wie ein Künstlern ebenso unterwegs ist.

00:09:28: Also führt das nicht auch so in einer gewissen... Einschränkung auf Best of Classics, Fragezeichen.

00:09:37: Also zunächst mal muss man sagen von sechshundert Konzerten würde ich sagen haben wir wahrscheinlich zweihundfünfzig, zweieinhalbzig unterschiedliche Programme.

00:09:49: also das ist schon sehr sehr viel.

00:09:53: und auf der anderen Seite muss man Die Einschränkungen im Repertoire kommt, meines Erachtens eher aus der mangelnden musikalischen Bildung.

00:10:13: Denn natürlich ist es so dass mindestens mal die Menschen über die ein zwei Prozent der wirklichen Klassik-Hörer hinausgehen, die decken ihren jährlichen Bedarf mit einer neuen Biddofen und da kam eine Burana und noch ein paar Stücken.

00:10:33: Dadurch entsteht natürlich eine Veränderung.

00:10:37: Wir sind aber natürlich ein privater Veranstalter, der ja auch sagen muss wir müssen uns auch finanzieren.

00:10:45: Für uns ist hohe künstlerische Qualität immer im Vordergrund.

00:10:49: Wir brauchen aber auch ein gesundes Unternehmen und unser Auftrag ist nicht notwendigerweise, ich sage mal künstlersche Erziehungen oder also wir haben kein Bildungsauftrag in dem Sinne her.

00:11:01: Wir sind natürlich auch ein Unternehmen, das irgendwie am Markt bestehen muss.

00:11:05: Und wenn, ich sage es mal, Karl Amadeus Hartmann nachgefragt werden würde – dann ist das eine Streikosymphonie, ich sehr schätze – da würde ich sagen, natürlich würden wir die für ansteigen.

00:11:23: Das heißt, Sie haben eigentlich immer so eine gewisse Risikoabwägung.

00:11:27: Absolut!

00:11:27: Im Sinne von wie weit kann ich gehen?

00:11:30: Was kennen die Leute?

00:11:31: Was kann ich Ihnen eventuell noch in Anführungszeichen jetzt wirklich zumuten?

00:11:34: Also für mich ist immer ein Beispiel neue Musik natürlich.

00:11:37: Die ist gerade München besonders präsent auch, gerade beim Bayerischen Rundfunk und auch in anderen Räumen natürlich immer bei dem Öffentlich-Rechte-Rundfunch angesetzt aber auch zum Beispiel eine Symphonie von Hans Roth malerzeitgenosse eins der Stücke, was ich kenne muss ich ganz

00:11:54: ehrlich sagen.

00:11:56: Wird dann bei den Berliner Philharmoniker normal im Repertoiren mal gespielt aller Jubeljahre?

00:12:01: Aber würden Sie Hans Rott auf Ihr Programm

00:12:05: nähern?

00:12:05: Also ich sag mal unser Normalumstände nicht!

00:12:07: Es gibt natürlich Künstler... Ich möchte mal Tijela Bartoli nennen oder ich möchte den leider der ja nicht mehr Auftreten Martin Grubbinger nennen.

00:12:18: es gibt auch manchmal eine Situation wo über eine Künstlerpersönlichkeit repertoire sozusagen in Konzertsäle ein Zuckhalt.

00:12:26: Also das war bei Martin natürlich geschlagte Konzerte, die kein Mensch vorher gekannt hat und trotzdem waren wir, sag ich mal ausverkauft aufgrund dieser Künsterpersönigkeit Und dieser Verbittlungsleistung, die er da gebracht hat.

00:12:43: Aber auch bei Tijila, die hat ja oft gerade Barockes Repertoire ausgegraben, dass kein Mensch kannte und das war einer Schönheit wahr – und dann muss man natürlich sagen sie hat natürlich auch mittelspannendes Repertoir mit in einer Kunst präsentiert, die einfach faszinierend war.

00:13:00: Da sind natürlich, ich sag mal Missionare, mit dieser küsserschen Körnerschaft extrem hilfreich!

00:13:08: Ja, das ist ein schönes Wort.

00:13:09: Der Klassik-Missionar oder der Barock-Misionare, quasi den Publikum...

00:13:14: Ohne missionarisch rüberzukommen?

00:13:16: Ist es einfach nur weil es schön ist!

00:13:18: Ja ja, aber das ist so ein schönest Bild.

00:13:20: Sie stehen für die privaten Veranstalter und demgegen übergibt es ja – wir haben das eben schon mal angesprochen – auch den ungleich größeren öffentlichen Konzertsektor also Staatsorchester, städtisch finanzierte Orchester, Konzerthauser oder eben auch den Rundfunkbereich.

00:13:32: Und jetzt mal private versus öffentliche dass die privaten Veranstalter, wenn sie nicht selbst produzieren – also Ausnahmen sind natürlich bei ihnen selbst produzierte Shows über Allegria oder Event.

00:13:47: Aber wenn Sie nicht produzieren, sondern das anbieten, was auch andere öffentliche Orchester im Reparat war haben, dass man dann letztlich als Privater so ein bisschen aussuchen kann, was die anderen produzieren.

00:14:00: und jetzt mal böse gesprochen, die Vollkosten bleiben im Prinzip beim Träger des öffentlichen Orchesters hängen der ja eben auch die Personalkosten und also alle anderen Kosten hat.

00:14:10: Und Sie als private können sagen, das nehme ich und das nehme mich und dann haben sie im Prinzip nur die reinen Gestellungskosten für ein Konzert, die ja nicht mal voll kosten sind.

00:14:23: Wie schätzen Sie dieses Verhältnis privat wöffentlich mal unter dem Produktionskostner?

00:14:30: Also ich fange mal vielleicht noch ein bisschen weiter vorne an, damit da keine Missverständnisse aufkommen.

00:14:38: Ich nicht nur als Sohn, Bruder, Enkel, Urgerusenkel oder eines Musikers bin ich ja sehr in den Orchester zu sagen verbunden und Egal Orchester oder Opernhäuser, oder Stadien-Institutionen können ohne Subventionen oder Zuschüsse oder wie man es nennen mag überhaupt nicht existieren.

00:15:08: Also das ist für mich gar keine Diskussion.

00:15:12: Diskussionen setzen vielleicht an einem anderen Punkt an aber zum produzieren.

00:15:17: also Anders als viele andere Veranstalter ist bei uns der Anteil, der Konzerte die wir sagen selbst produzieren sehr hoch.

00:15:27: Also wir machen alleine hundert-achtzig Filmmusikkonzerte zu denen wir unsere Rambels einladen wo von Anfang an ich sage also wir letzten Endes die Kosten tragen.

00:15:42: Und das, was Sie meinen mit der Übernahme ist eher so das Tourneegeschäft.

00:15:50: Bei Tournee-Geschäft gibt es aber eigentlich eine ganz gute Arbeitsteilung.

00:15:57: Selbst die Berliner Philharmonie könnten ja in München oder sonst wo auf der Welt nicht wirklich lokal veranstalten.

00:16:06: Oder würden sie nicht?

00:16:06: Weil es nicht sinnvoll ist!

00:16:08: Das heißt, natürlich ist unsere Aufgabe auch Internationalorchester nach München zu bringen und die im Übrigen auch mehr und mehr kostendeckend reisen dürfen nur noch.

00:16:27: Insofern hat sich da einiges verändert aber wir sind eigentlich so sagen die ermöglicher einer Tournee.

00:16:34: der andere Teil der das ermöglicht ist das sind meist die Konzerthäuser.

00:16:40: Da wäre dann eher vielleicht die Frage zu stellen, ob es nicht zu einer doppelten Subvention kommt.

00:16:45: Konzerthaus, subventioniert und Orchesterunterschluss – das sind schwer auseinander zu klamüsende Bereiche.

00:16:53: Aber ich würde sagen eigentlich ist es so, dass es ein ganz gutes System ist.

00:16:58: Solange es sozusagen mit Geld auf beiden Seiten verantwortungsvoll umgegangen wird.

00:17:10: Das haben Sie auch schon mal an einer anderen Stelle gesagt vor wenigen Monaten, ich zitiere sie wünschten sich einem pfleglichen Umgang mit dem öffentlichen Geld.

00:17:17: Zitat Ende.

00:17:19: können Sie das nochmal ein bisschen konkretisieren?

00:17:23: Ja also zunächst einmal natürlich auch vorausschickend dass Ich nicht damit sagen möchte dass grundsätzlich bei öffentlichen Institutionen Geld sinnlos eingesetzt werden würde oder verbrasst werden würde.

00:17:38: Das ist überhaupt nicht mein Punkt.

00:17:39: Mein Punkt ist allerdings, dass man glaube ich noch wesentlich sorgsamer mit den finanziellen Mitteln umgehen könnte – das ist einfach im großen Bauschenburg jetzt mal gesprochen – ein Beispiel es gibt ja überall diese U-Dreißigprogramme Und ich sage, viele Menschen sind mit twenty-fünf, sechsundzwanzig Jahren Verdiener.

00:18:10: Kaufen sich ihre Adelkarte für drei Hundert Euro und kaufen dann für acht Euro in der ersten Kategorie ein Zehner Abo mit den gleichen Stars die wir in der Stadt präsentieren.

00:18:26: Das ist für mich also.

00:18:29: Ich möchte nicht grundsätzlich U-Dreißigprogramme answeibeln.

00:18:32: Aber die Frage ist, warum muss eigentlich die Klassik immer der billige Jakob sein?

00:18:38: Ich glaube das widerspricht der Wertigkeit dieses großartigen künstlerischen Produktes.

00:18:45: Ich glaube es wäre wahnsinnig wichtig und dann könnte man meines Erachtens auch viele von diesen Subventionen besser einsetzen wenn man mehr Geld grundsächlich investieren würde.

00:18:57: in Bildung Würden Menschen ganz verständlich mit twenty sieben und zwanzig sobald sie ein bisschen Geld verdienen ins Konzert gehen.

00:19:05: Und dafür auch, ich sag mal einen angemesseneren Preis als acht Euro bezahlen.

00:19:10: Also das ist vielleicht eine, also ich sage mal preisgestaltung, preisweites Dumping ein bisschen zu hart gesagt aber das ist so ein bisserles Problem weil ich eben nicht einsehe dass die Klassik so billig sein muss.

00:19:24: man muss auch aufpassen wie viel über Angebote hat man in der Stadt?

00:19:37: Ich bin mir ganz sicher, dass das im Bereich ist der sehr schmerzhaft ist, aber ich glaube wir müssen uns Gedanken machen wenn wir alle in Zukunft wollen dass die Klassik einen hohen Stellenwert hat und das sie gesellschaftlich relevant war.

00:20:11: Wir haben ja sagen wir mal doch sehr sehr schmärzlich erfahren müssen wie wenig klassik eigentlich gesellschaftlicherlevant war in der Corona Zeit.

00:20:25: Ja.

00:20:25: Gut, das ist natürlich dieser trotzige Spruch.

00:20:28: dann Musik muss sein, Klassik muss sein und Theater muss sein usw.

00:20:31: Und dann war es den Leuten doch relativ egal.

00:20:33: Aber wir müssen natürlich erklären warum es sein muss und was bedeutet es denn?

00:20:39: Welche Auswirkungen hat die klassische Musik auf andere Musikbereiche

00:20:43: usw.?

00:20:44: Was können private Konzertveranstalter vielleicht besser als öffentliche?

00:20:48: Was vielleicht auch nicht!

00:20:52: Also das ist ein Feld, das möchte ich gar nicht so aufmachen.

00:20:55: Aber ich sage mal so, dass direkt anknüpft an das was wir gerade gesagt haben.

00:20:59: Ich würde mal ganz allgemein sagen Nicht Klassikveranstalter besser als Institutionelle Veranstalte.

00:21:06: aber Was kann ein private Unternehmer vielleicht besser als der Staat oder städtische Institutionen wie schon sagen?

00:21:15: Besser mit Geldwirtschaften würde ich sagen ist schon sag Mal wahrscheinlich eine Eigenschaft die Die Beste zu Hause ist.

00:21:23: im privaten Bereich, das ist einfach so.

00:21:24: Weil gemeinschaftliches Geld wird nie so Spaß ausgegeben wie das eigene Geld.

00:21:32: Das ist immer mal wieder die Frage wenn ich mal erschimpfen muss weil Geld ausgegeben worden ist für irgendwas Sinnloses, vielleicht würdet ihr das auch von eurem privaten Geld bezahlen?

00:21:43: Und das bringt viele Menschen ins Denken und ich glaube dass es da ein bisschen ähnelt

00:21:48: Gut, dann hoffen wir das privates Unternehmertum und öffentlicher Musiksektor bei allen Fragen auch von Wettbewerbsverzerrung U-U-Dreißig trotzdem im friedvollen Koexistenz weiterliegen.

00:22:00: Absolut!

00:22:01: Also ich meine mit wie vielen Orchester arbeiten wir sehr gut zusammen?

00:22:07: Ich bin mir ganz sicher es gibt keinen einzigen deutschen Veranstalter der so viele Chorchester-Konzerte veranstaltet wie wir.

00:22:14: Allein im Filmmusikbereich sind das Hundertundachtzig, im Klassikbereich.

00:22:18: sicher nochmal so viel.

00:22:21: Das rein schon deswegen ist diese Orchisterlandschaft die wir haben um die uns andere Länder ja beneiden.

00:22:31: Es ist für uns auch eine ganz wichtige Gänge über Ja,

00:22:38: ja.

00:22:38: Ich würde gerne mal auf drei Stichworte zu sprechen kommen die sich so bei meinen Recherchen und auch aus ihren Aussagen jetzt als Dreh-und Angelpunkt erweisen nämlich Education Bildungspolitik und Publikum.

00:22:53: Und kein öffentlich gefördertes Opern oder Konzertorchester in Deutschland Haus kommt heute mehr ohne alten Education-Aktivitäten aus.

00:23:02: Ich habe hier ein Podcast auch in dieser Reihe gemacht mit Anke Fischer von der Elbphilharmonie, die ja vor zehn Jahren mit drei Beschäftigten angefangen hat und jetzt eine Abteilung von dreißig hat also eine Verzehnfachung im Vermittlungsbereich was auch ein Statement ist.

00:23:18: Diese Education hat ja auch mehrere Gründe.

00:23:20: Einerseits natürlich eine zunehmende Teilrechtfertigung für die öffentliche Finanzierung, also man ist nicht mehr nur eine reine Kulturorganisation, sondern muss auch so ein bisschen gesellschaftlichen Bildungsauftrag erfüllen – das sagt man nicht so laut weil es dann sofort wieder Stress mit dem Bildungsministerium gibt aber faktisch ist es ja so.

00:23:36: Zweitens geht's um Vergrößerung der Sichtbarkeit und auch Emotionalisierung von politischen Entscheidern wenn da glückliche Kinderaugen auf einer Orchesterbühne starren.

00:23:48: Und drittens natürlich auch blanke Notwendigkeit neues Publikum anzusprechen, um irgendwann nicht vor halb leeren Seelen zu spielen.

00:23:55: Ich kenne aber keinen größeren privaten Veranstalter der jetzt Ernsthaft-Education Arbeit betreibt.

00:24:01: Ist das nicht auch eine Notwendigkeit?

00:24:04: oder sagen Sie nee, das ist jetzt wirklich nicht mein Job ich veranstalte Konzerte?

00:24:09: Und freue mich natürlich, wenn die anderen das machen.

00:24:11: Aber ich selbst kann es einfach nicht leisten, weil's auch nicht mein Job ist.

00:24:14: Also das würde immer interessieren wie Sie gerade zum Thema Education-Aktivitäten dastehen?

00:24:19: Ich denke dass wir tatsächlich andere Aufgaben haben – vielleicht kommen wir später noch auf jungen Künstler – als jetzt ein Bildungsauftrag.

00:24:29: Den haben wir als Unternehmer zunächst mal nicht.

00:24:36: Unterrichtet auch nicht Lesefähigkeiten oder BMW macht finanziert keine Führerscheine.

00:24:42: Aber so gern wir das tun würden, aber da fehlt schlichtweg die Gegenfinanzierung.

00:24:50: Das ist einerseits nicht unsere Aufgabe und andererseits gar nicht das was wir könnten.

00:24:57: Aber ich glaube in diesem Zusammenspiel von unterschiedlichen Marktteilnehmern und Konstruinstitutionen haben wir eben auch Aufgaben, die wiederum vielleicht von den öffentlichen nicht so wahrgenommen werden.

00:25:13: Zweites Stichwort dann Bildungspolitik.

00:25:15: Und ich glaube hier schauen wir ja alle irgendwie mit Sorge auf den erodierenden Musikunterricht an allgemeinen bildenden Schulen.

00:25:22: Artikulieren eigentlich auch Konzertveranstalter oder der Verband Forderungen an die Politik nach mehr Musikunterrichten oder zumindest einem stabilen Musikunterlicht?

00:25:32: Ja, also der BDKV, das ist der Veranstaltungsverband der Deutsche, formuliert es immer wieder seit vielen Jahren.

00:25:44: Ich denke aber dass natürlich – und zwar muss man ganz klar auch sagen – auch im eigenen Interesse.

00:25:49: Es ist ja unser, auch unser Publikum, das kommt oder nicht kommt oder eben Thema Repertoire nachfragt oder nicht.

00:26:01: Ich denke aber, dass es sehr wesentlich ist, dass die Glaubwürdigkeit von großen Künstlern und wichtigen Orchestern oder bei der Politik dann besser wirkt als ein ja doch wirtschaftlich orientierter Unternehmerverband.

00:26:20: Wo sind denn private Konzertveranstalter völlig frei in ihrem Unternehmen tun und wo sind sie es nicht?

00:26:26: Welche Abhängigkeiten haben Sie in der Verfügbarkeit von Seelen, gerade München-Problemen Behörden, Genehmigungen, Spielstätten im weitesten Sinne.

00:26:37: Also hier in München, Interim, in der Iserphilharmonie... In Berlin steht die Sanierung der Philharmonien ab dem Jahr das Jahr fünf oder wieviel Jahre auch immer, also das sind ja für eine stabile Konzertbewirtschaftung ganz große Unsicherheitsfaktoren.

00:26:54: Wie schaut es da in München bei Ihnen aus mit der ISA-Philharmonie und einem redimensionierten Neubau, der ja immer noch irgendwo so überall beschwebt?

00:27:04: Also ich beginn mal am Start Ihre Frage sozusagen, am Anfang Ihrer Frage.

00:27:10: Also ich würde mal ganz allgemein sagen, und dann komme ich auch speziell in einem sehr eng regulierten Land wie Deutschland ist eigentlich kein Unternehmer in seinem Tun völlig frei.

00:27:23: Ich sage mal gewisse Einschränkungen denke ich mal weiß jeder das man hat.

00:27:26: in der Gesellschaft In Deutschland ist es meines Erachtens oft nicht besonders sinnvoll Und wir sind überborden mit unseren Vorschriften und je größer wir werden, desto mehr merken wir das.

00:27:41: In der Klassik kommt natürlich dazu, dass wir durch die, sag mal so funktionierten Konzerthäuser,

00:27:52: die

00:27:53: oft nicht nur eben veranschalten sondern ja auch vermieten in einer schwierigen Situation sind weil die Häuse selbst Eigeninteressen haben.

00:28:04: also es wird dann oft gesagt.

00:28:06: Die an der Künste ist bei uns Die Häuser müssen auch nicht unbedingt kostendeckend sein.

00:28:14: Und das gleichzeitig in einer Situation, bei der die Konzertzeile für uns ja existenziell wichtig sind?

00:28:23: Das ist eben eine Situation, in der es besonders wichtig ist wie verhältnismäßig sozusagen unser Gegenüber agiert.

00:28:32: und da gibt es sehr vieles, auch sehr gute Partnerschaften mit Konzerthäusern Auch weil ich in denen es ein bisschen schwieriger ist, muss man ganz ehrlich sagen zu unserer großen Sorge.

00:28:45: Aber das ist natürlich einen Markt der vielleicht außer im Fernsehmarkt so sonst nicht besteht und insofern ist es sich nicht ganz leicht.

00:29:01: Wir sind natürlich auch abhängig.

00:29:02: wir können keine Konzertsäle bauen wir können sie auch gar nicht finanzieren Wir sind abhängig davon, was in München entsteht oder was in einer anderen Stadt entsteht.

00:29:12: Und wird da gerade ein Saar gesperrt?

00:29:13: Oder nicht wegen... Also wir hatten ja diese Situation hier die Phänomonie.

00:29:17: Die alte Phänomie war bespielbar wurde aber geschlossen und stand im Grunde jahrelang leer bis man sie dann noch dürfte ich mal so ein bisschen wieder bespielen durfte Weil die Stadt gesagt hat wir wollen erst dass die Ise Phänomenie bespielt wird.

00:29:33: Wir können zwar auf der einen Seite unsere Meinungen und seine Notwendigkeiten äußern.

00:29:40: Gleichzeitig aber muss man sagen, wir müssen auch flexibel sein und zurechtkommen mit dem was da ist.

00:29:45: Wir haben die Situation in München dass wir ein wirklich hervorragendes Interim bekommen haben.

00:29:51: Aber ein hervorgehendes Interimm macht noch keinen dauerhaft guten Saal Und ich glaube es ist nicht überkritisch wenn man sagt das hat in Münchendau das einfach unfassbar lange Und natürlich wünschen wir uns, dass möglichst rasch gebaut wird.

00:30:08: Aber es wird ja erst im Jahr- und Zwanzig entschieden.

00:30:13: Wer also in welcher Form genau und wer das dann macht

00:30:15: usw.,

00:30:15: d.h.

00:30:15: woher?

00:30:15: Zweiunddreißig, Dreihanddreessig wird da gar nichts sein?

00:30:21: Da wird der Saal zwölf Jahre lang das Interim bespielt worden sein, das ursprünglich mal für drei Jahre vier oder vielleicht gedacht war.

00:30:29: Das ist natürlich keine gute Situation weil wir auch merken, dass es natürlich auch Städte gibt die für ausländische Orchester momentan weiter oben auf der Wohnschliste stehen als zum Beispiel München.

00:30:46: Wobei man sagen muss, die Akustik im Interim ist wirklich hervorragend.

00:30:51: Was ja schon wieder ein Problem ist ne?

00:30:52: Das

00:30:54: ist aber so eine hohe Messlatte einerseits und natürlich hat das auch schon dazu geführt.

00:31:02: Damals noch Bürgermeister Reiter gesagt hat, das ist ja so hervorragend.

00:31:06: Ihr braucht da jetzt gar nichts anderes mehr?

00:31:07: Gibt

00:31:08: genau das.

00:31:11: Gefährlich!

00:31:12: Welche Argumente können Sie dann als privater Veranstalter einbringen um verantwortliche Politiker auch zum Handeln zu bewegen?

00:31:20: Dann ich sage mal sie als Veranstalt, sie erzielen Umsatz, es gibt Steuerrückflüsse und so weiter und sowas sind ja auch ein Wirtschaftsfaktor in so einer Stadt.

00:31:27: also... Wie kann man da argumentieren?

00:31:30: oder wie argumentieren Sie auch konkret vor

00:31:32: Ort?

00:31:33: Also natürlich argumentieren wir damit, dass wir ohne dem Staat zur Last zu fallen sondern eben noch Geld zu bringen sehr viel Kulturangebot in die Stadt bringen.

00:31:45: Oder in die Städte.

00:31:48: Gleichzeitig ist es so... Ich kann nicht sagen das München nicht offen ist für diesen... Es ist ja so halt hart gerungen werden muss, um eine Kulturinstitution wie einem Kulturzentrum Gasteig.

00:32:09: Wie viel darf das kosten?

00:32:10: Und insofern diese Diskussion ist durchaus verständlich aber sie dauert eben zu lange.

00:32:17: ich würde eher kritisieren die Art und Weise in der bei uns generell Entscheidungen fallen ob es jetzt dafür ist oder für vielleicht einen neuen Stadtzentrum oder sonst irgendwas.

00:32:30: Als das sich jetzt kritisieren würde, die Diskussion wie viel Geld darf man für Kultur ausgeben und nicht?

00:32:38: Insofern kein Bashing von meiner Seite.

00:32:42: ich glaube wir sind es auf einem guten Weg.

00:32:44: aber wir müssen uns als Gesellschaft überlegen wenn also hier da geht's ja auch möglicherweise um ein Kulturzentrum Paketposthalle wie lange eine Investor nämlich weit über zehn Jahre vorfinanzieren muss, ein Grundstück.

00:33:00: Bis er dann endlich mal ein paar Häuschen drauf bauen darf, muss ich sagen das ist eigentlich an sich schon eine Vernichtung von Werten.

00:33:11: Gut aber das ist genau der Punkt zwischen Staat und Privat und private Unternehmer würde dann eben sagen wenn es finanzieren kann... Das machen wir jetzt!

00:33:18: Und der Start muss halt nochmal drei Schleifen drehen.

00:33:21: Das ist das Problem.

00:33:23: Gut, dann noch das dritte Stichwort Publikum nachdem wir so mal ein bisschen Education und Bildungspolitik mal so gestreift haben.

00:33:31: Und nach meiner ganz persönlichen Beobachtung und Meinung ist ja das Publikums oder das potenzielle Publikuum für Klassik noch längst nicht ausgeschöpft.

00:33:40: also es gibt immer noch zu viele Faktoren warum grundsätzlich Interessierte dann doch nicht einen Ticket kaufen einfach weil die Marke nicht zugänglich ist oder weil sie nicht wissen wer Maler V ist, wenn das nur so auf dem Plakat draufsteht.

00:33:54: Oder ein alter weißer Mann, sprich, Siebzigjährige Dirigentin, den Sie noch nie gesehen haben und dort anlächelt.

00:34:01: Also sind Klassikveranstaltungen einfach... zu wenig zugänglich.

00:34:05: oder muss man beim Marketing bei der Ansprache von Menschen, die noch nicht gehen aber grundsätzlich interessiert werden?

00:34:11: muss da noch mehr passieren.

00:34:13: Oder es ist der Weg umweg über die Filmmusik wo die Zugänglichkeit vielleicht ein bisschen leichter ist die aber eben in der Produktion auch sehr teuer sind.

00:34:20: das muss man dem aussehen.

00:34:21: also Hollywood Material ist ja sehr sehr sehr teurer und wenn sie das doch mit einem Film Livestreaming machen dann ist es quasi unbezahlbar.

00:34:29: Wie ist Ihr Weg aufs Publikum oder nicht als privater Veranstalter?

00:34:42: Was ich mir wünschen würde, das klang vorher schon an.

00:34:46: Dass man sehr viel mehr Geld in Education steckt und ich glaube es würde insgesamt nicht mehr Geld kosten.

00:35:01: jemand weiß wie großartig Maler fünf oder neun ist, dann wird er dieses emotionale Erlebnis immer wieder haben wollen und es wird ihm auch mehr als acht oder zehn oder zwanzig Euro zu zahlen.

00:35:13: Wenn also wir am Anfang vielmehr die Menschen heran führen würden und da rede ich noch gar nicht mal über all die anderen Effekte, die klassische Musik auf Menschen haben kann, dann würden wir wahrscheinlich später nicht nur weniger leere Säle haben und unsere Tickets für wenig Geld verkaufen müssen, dann würden die Leute selbstverständlich gerne achtzig oder neunzig Euro bezahlen.

00:35:40: Für etwas was ihnen so wichtig geworden ist!

00:35:44: Und wenn wir jetzt sozusagen mit Subventionen leere Säle bezahlen, dann würde ich lieber mit Submissionen oder Unterstützung ganz viel Geld in in Musikeducation, die eben auch sehr sozial sein kann stecken und das wäre die viel gesellschaftlich viel besser eingesetzte Summe an viel Geld als was wir jetzt gerade machen.

00:36:14: Was machen wir als Veranstalter?

00:36:15: Wir müssen natürlich morgen Tickets verkaufen vielleicht noch verbunden damit.

00:36:22: kurz der Schwenk auf jungen Künstler und auch das, was ich vorher meinte mit Persönlichkeiten die eben Musik vermitteln können.

00:36:34: Wir sehen momentan ganz großartige tolle junge Künstlern und ich glaube es ist wichtig dass Menschen, dass junge Menschen connecten können.

00:36:48: Also für mich momentan eines der schönsten Beispiele ist Hayato Sumino, der weltweit gerade einen Siegeszug feiert.

00:36:58: Aber gleichzeitig ein so wie sozusagen bescheidener fast introvertierter und trotzdem wahnsinnig mengenwirksamer Mensch ist, der viele Follower hat, der sehr modern ist, Menschen anzieht.

00:37:19: Und ich glaube in der Zwischenzeit ist es so, wir haben ja die Aufgabe sage ich mal, die spüre schon jungen Künstlern auf dem Weg zu helfen und das ist etwas was wir auch deshalb tun weil wir sonst keinen Nachwuchs haben denn die großen Orchester mindestens mal sagen euch wenn er mal so weit ist oder sie dann Da dürfen Sie auch in unseren Edeln reinspielen.

00:37:49: Aber das ist schon eher etwas, was zum Beispiel Deutsche Klassik und auch wir als München Musik eben sehr, sehr bewusst tun.

00:37:57: Wir haben eine Reihe der Sport-On für die wir sehr gezielt junge Künstler auswählen.

00:38:04: Und natürlich wählen wir auch so aus dass wir neben großer Künstlerschaft eben auch sozusagen die Fähigkeit sozial anzudocken mit auswälen.

00:38:17: Wie finden Sie diese jungen Künstler?

00:38:18: Also ich war jetzt gerade mehrere Tage in Bucharest beim Inesco-Wettbewerb, habe wirklich gestaunt über eine vierzehnjährige Cialistin aus Südkorea.

00:38:30: Die so fantastisch gespielt hat aber auch mit dem Orchester, die hat Heiden Schellokonzert gespielt also alle mussten Heidens spielen und alle musten Inescos spielen.

00:38:40: Und Irre, sie war die einzige die Inesko Sonata auswendig gespielt hatte als vierzehntjährige wohlgemerkt und die dann das Haydn-Konzert, das Orchester quasi so ganz organisch geführt hat.

00:38:52: Wo man denkt wow!

00:38:53: Und das mit vierzehn?

00:38:55: Gehen Sie auch zu solchen... Also sind sie da irgendwie verdratet mit Wettbewerben.

00:38:59: oder wie kommen Sie auf junge Künstler?

00:39:01: Oder sind es Agenten, die da tätig sind?

00:39:03: Wie machen Sie das?

00:39:05: Als nächstes mal ganz generell würde ich sagen dass es eine Generation von jungen Künstlern, Künstlerininnen gibt, die auf einem unglaublichen Niveau spielen.

00:39:18: Dann könnte man sagen, ja also technisch ist alles gut.

00:39:21: Aber da ist noch viel mehr und die bei denen eben viel mehr da ist das sind die wir natürlich eben suchen und die auch personell von der Persönlichkeit her eben stark sind.

00:39:36: Also um den Nachwuchs ist es mir sagen da nicht Bange aber ich habe manchmal das Gefühl fast zu viele hervorragend ausgebildete Leute, weil nicht alle werden durchkommen können.

00:39:49: Das ist also das eine eigene Form von Grausamkeit.

00:39:53: Also wie gesagt ich komme aus einer Musiker-Familie.

00:39:55: Ich weiß was es bedeutet und vielleicht war ja Einer meiner Gründe mich Vielleicht auch unterbewusst für meine Tätigkeit als Veranstaltung so entscheiden dass ich jedenfalls nicht in irgendeiner Kleinstadt sitzen wollte.

00:40:13: Auch das ist wichtig, aber es vielleicht nicht was die Erfüllung dann ist.

00:40:17: und wie kommt man zu den Künstlern?

00:40:21: Also das ist sehr sehr heterogen.

00:40:24: Ein ganz wichtiger Punkt sind natürlich Agenten, die oft uns auch Tipps geben, Hinweise geben.

00:40:33: Wir beorten teilweise junge Künstler also sechs acht Jahre weil sie noch nicht so weit sind bei denen noch nicht verheizen darf wo man einfach warten muss und sagt, ja schauen wir mal wie weit es geht.

00:40:44: Und bei Manichen bricht's dann auch ab aber beim Manchen wird sie eben auch ganz toll.

00:40:50: Wir gehen auch auf Werbewerbe und irgendwann sind unsere meine Kollegen Mitarbeiter.

00:40:56: Also das ist ein weites Netzwerk.

00:40:57: Das ist nicht nur Deutschland weil das ist natürlich international.

00:41:02: Es ist total spannend.

00:41:04: Plötzlich aus dem Nichts Sagt einer hast du die schon gehört?

00:41:09: oder jenen?

00:41:11: Wie kann es denn sein, dass eine Maria Duenjas die Keimbefast aus dem Nichts und spielt großartig?

00:41:18: Und das hat eine tolle Persönlichkeit.

00:41:21: Das strahlende Stern ist einfach faszinierend wie schnell diese Sterne aufgehen können.

00:41:26: Wichtig ist eben auch, dass sie dauerhaft bleiben können.

00:41:30: Bestes Beispiel ist Anne-Sophie Mutter.

00:41:34: Das ist so ein Ausnahme mit Herbert von Kairian und bis heute noch top auf der Bühne, absolut vorne an der Spitze – das ist schon Phänomen!

00:41:46: Aber gut, ja.

00:41:47: Also vielleicht brauchen wir noch mehr davon von diesen ganz tollen Künstlern also die dann auch wirklich so eine langjährige Karriere und gut vernetzt sind.

00:41:55: das ist glaube ich auch ein ganz wichtiger Punkt was ja wirklich ne neue Künstler der Nation auch ist auf Instagram auf Facebook auf den ganzen sozialen Medien.

00:42:05: Wir kommen langsam auf die Zielgrade Und ich frage hier Musiker immer nach einem Musikerwitz Dirigenten nach dem dirigenten wirds interndanten Geschäftshörer einer prägenden Anekdote Haben Sie was aus Ihrem Betrieb auf Lager, die ein Klischee bestätigt?

00:42:21: Also dumm dümmerte Nuhr oder eins wiederlegt.

00:42:25: Oder wo sie bemerkt haben hier bin ich genau richtig.

00:42:31: Da muss man ja sehr frustriert sein als Veranstalter denn er erlebt viel.

00:42:36: Genau!

00:42:37: Man kann es auch anonym machen.

00:42:38: Alles

00:42:38: zwischen sympathisch und hasträumend aber vielleicht zur sympathischen Seite.

00:42:46: Ähm, Mathe Argerich.

00:42:50: Wir haben uns wahnsinnig bemüht hier ihr eine wirklich schöne Suite zu bieten mit dem Flügel drin und ähm ... Aber ich denke die meisten wissen dass sie eine sehr bescheidene Künstlerin ist Und Sie ging dann wohl ähm Rally spät abends eher nachts zur Rezeption sagt Könnte mir bitte ein kleineres Zimmer geben.

00:43:12: Mir ist das zu groß.

00:43:13: Ich verlaufe mich da Und das wollte ich sagen, das fand ich so wahnsinnig sympathisch.

00:43:20: Also für mich eine größten Künstlerin die ich jemals erlebt habe, aber sagt mir ist die Suite zu groß!

00:43:30: Ich möchte lieber es klein und gemütlich haben.

00:43:34: Wie sympathisch ist das denn?

00:43:36: Ja super sehr schön.

00:43:38: zum guten Schluss Was wünschen Sie sich ganz konkret für Ihr Unternehmen München Musik bzw.

00:43:44: für den Markt der Konzertenveranstalter, wenn sie auf die nächsten drei bis fünf Jahre schauen?

00:43:49: Ja da gibt es ganz viel.

00:43:51: also natürlich blickt man was Kultur an, langt mit Sorge auf politische Entwicklungen.

00:43:55: das ist ganz klar und da würde ich mir wünscht dass wir insgesamt auf einen anderen Weg wiederkommen.

00:44:08: Für unsere Unternehmen speziell ist es so, dass ich jetzt nicht konkret vorhabe.

00:44:12: Da muss das noch sein und das auch sein weil Arbeit habe ich genug oder wir aber wir haben immer

00:44:18: ...

00:44:20: Wir sind immer ein bisschen gewachsen wenn sich etwas organisch ergeben hat.

00:44:23: also wir haben ja mit Leo Kotthof der Agentur unserer Agentur jetzt gemirrt und hoffen dass wir uns da gut weiterentwickeln.

00:44:34: Wir haben ja auch einen Kulissenbauerunternehmen und ein Technikunternehmen.

00:44:38: Also alles was Spaß macht, und was zu uns passt würde ich sagen... Und dass wir da noch möglichst kreativ sein können für die nächsten Jahre.

00:44:46: Das wäre echt das, was ich mir wünschen würde.

00:44:48: Sehr schönes Schlusswort!

00:44:49: Das war Klangvoll.

00:44:50: Gerhard Nartens im Gespräch mit Andreas Schessel.

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