Justus Mache: Aussteiger aus dem Musikbetrieb
Shownotes
Warum steigen studierte Musikerinnen und Musiker aus dem Beruf aus und machen „was ganz anderes“? Diese Frage beschäftigt Justus Mache. Als studierter Fagottist und Podcaster, der heute in der IT-Branche arbeitet, befragt er Menschen, die sich aus dem Musikbetrieb verabschiedet haben. Gerald Mertens spricht mit ihm über Motive, Hintergründe und Abgründe von Musikausbildung und -betrieb.
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Transkript anzeigen
00:00:00: Klangvoll
00:00:05: aus dem
00:00:05: Maschinenraum
00:00:06: des
00:00:06: Musikbetriebes.
00:00:09: Der Podcast von Gerhard Mertens
00:00:11: und Short Music.
00:00:16: Willkommen zu dieser etwas anderen Folge von Klang voll, es ist die vierzigste.
00:00:21: Ich bin Gerard Mertins leitende Redaktör der Zeitschrift das Orchester Und mein heutiger Gast ist Justus Machhe Aus Bremen.
00:00:28: Moin
00:00:29: moin
00:00:31: Justus, du lebst mit deiner Familie in Bremen.
00:00:33: Deine Frau ist Klarinatistin bei den Bremerphilharmonikern.
00:00:37: Du selbst hast vergott studiert auf dem Weg ins Orchester aber dann irgendwann die Ausfahrt genommen und machst jetzt was ganz anderes.
00:00:44: Und genauso heißt nämlich auch dein Podcast nämlich Was Ganz Anderes.
00:00:49: Da bist du im Gespräch mit Studierten Musikerinnen und Musikern Die aus verschiedensten Gründen beruflich wie du etwas ganz anderes machen.
00:00:57: Ich freue mich auf unser Gespräch.
00:00:59: Ja vielen Dank für die Einladung.
00:01:01: Ich freue mich auch.
00:01:02: Wir blicken heute mal aus einer anderen Perspektive in den Maschinenraum des Musikbetriebs, nämlich finden wir vielleicht dabei heraus was gerade nicht gut läuft, was Menschen überfordert, was sie frustriert und was sie desillusioniert und schließlich zum Berufswechsel bringt Warum du mit dem Vergott gestarrt bist?
00:01:29: Aber warum du gesagt hast, jetzt doch nicht das ganze Berufsleben auf einem Instrument vergottaufbauen.
00:01:39: Das Staden war wie bei den Allermeisten in Deutschland.
00:01:43: Ich bin in Deutschland geboren und auch sozialisiert.
00:01:46: Ich habe Vergott gelernt, ich habe Landesjugendorchester gespielt... ...ich habe Jugend musiziert gemacht, den ganzen Zirkus.
00:01:53: Dann hatte man halt in den Teenagerjahren dieses tollen Erlebnisse.
00:01:57: Ja, man trifft sich, man spielt große Symphonien und dann denkt man okay alles klar.
00:02:00: also hier ist so toll es macht so ein Spaß.
00:02:02: ich will das unbedingt beruflich machen.
00:02:05: Und dann genau ganz sage ich mal den ganz klassischen Weg ja die besten ProfessorInnen oder Professoren rausgesucht Das war in meinem Fall damals Hannover Berlin-Kölln gewesen Aufnahmprüfung gemacht studiert und das lief dann alles ok Ich war jetzt nicht so riesiger Überflieger aber Der Studium verlief dann gut.
00:02:25: Ich habe in einem großen Berliner Orchester eine Akademie gemacht, zwei Jahre im Opernbetrieb und das war sozusagen da das erste Mal dass ich dann gemerkt habe oh ist es eigentlich so mega geil wie man das in den Jugendorchestern kannte?
00:02:45: Ist es eigentlich ein Final wenn man das perspektivisch sein ganzes Leben lang macht?
00:02:51: Da hatte ich in der Akademie schon so ein bisschen zu knabbern, sage ich mal aus verschiedenen Gründen.
00:02:57: Ja also es war überhaupt vom Niveau her überhaupt nicht die tolles Orchester gewesen aber so zwischenmenschlich war das dann schon immer so okay da bin ich ein bisschen stutzig geworden und wurde dann auch so ein bißchen geprimed sagt man heutzutage ja ich habe dann eine Brille bekommen.
00:03:13: Das musst
00:03:13: du erklären, geprimet!
00:03:16: Na mir persönlich und das sage ich auch im Podcastaufnahmen öfter mal ist, dass ich immer das Gefühl hatte, dass im Alltag eines Berufsmusikers im Orchester das gar nicht oft um die Musik einig geht.
00:03:30: Ja?
00:03:30: Es wird sehr selten!
00:03:32: Meines Erachtens sind da Leute, die sitzen und sagen ach cool, ich darf oder wir spielen jetzt hier Wagner große Besetzung, große Musik hohes Niveau.
00:03:40: aber es ging seltenst darum in den Orkestern was gesagt haben wow wie können wir jetzt hier dranbleiben, wie kann man das jetzt hier machen?
00:03:47: sondern es ging öfter drum Scheinwerfer blendet.
00:03:51: Warum überzieht der Idiot da vorne?
00:03:54: Es kann doch nicht sein, dass wir schon wieder die Probe länger machen müssen.
00:03:57: ich will nach Hause und das war irgendwie für mich so seltsam weil ich saß da drin hab diese Stücke neu kennengelernt wirklich an einem sehr hohen Niveau aber keiner hatte irgendwie Spaß keine hat es irgendwie gerne gemacht oder wenige Leute also keiner sage ich nicht.
00:04:11: Aber das große Klima war eher so negativ Die Stimmung war nicht gut fand Ich Und da habe ich schon so gedacht komisch.
00:04:20: Naja gut, habe ich gedacht ist vielleicht so ein bisschen orchester spezifisch und hab dann nach den zwei Jahren Akademie die ich da hatte aber dann hatte ich auch die Chance einen anderen großen Orchester noch aushilfe zu spielen auch in kleineren B-Orchestern A-Orkestern in Berlin bisschen Und es war irgendwie habe ich diese Grundstimmung nicht mehr wiedergefunden oder Ich konnte das nicht mehr anders sehen.
00:04:39: Es war überall wo ich hin kam war hier ist ja irgendwie nicht so.
00:04:43: also das macht er irgendwie nicht So Spaß und die Arbeitsbedingungen sind schlecht.
00:04:47: und dass hat mir dann so ein bisschen dazu gebracht zu sagen, okay ist das überhaupt das Richtige?
00:04:53: Und da muss man aber schon sagen auch dass das nicht der einzige Grund ist.
00:04:57: Ich habe nicht gesagt hey deswegen kann ich das nicht machen!
00:05:00: Da spielen dann mehrere Sachen mit rein.
00:05:01: ja meine Frau hatte dann eine Stelle in Hannover bekommen mein damals noch Freundin und dann hab ich irgendwann gesagt na gut also wir wollen zusammen bleiben aber in der gleichen Stadt zwei verschiedene Instrumente ins gleiche Orchester.
00:05:14: also das wird sehr sportlich.
00:05:17: Und dann habe ich nach meinem Konzertexamen, also vor zehn Jahren, gesagt, so.
00:05:21: Ich gebe mir jetzt ein Jahr Zeit ohne Vergott.
00:05:23: Ich gucke mal ob es funktioniert und es hat funktioniert.
00:05:26: Und was hast du denn gemacht?
00:05:27: Dann habe ich drei Monate Praktikum in der Öffentlichkeitsarbeit an das Staatsoper Handlofer gemacht.
00:05:34: Das war für den Arbeitgeber ganz interessant!
00:05:36: Ja, weil ich konnte früher anfangen als die Kulturwissenschaftlerin.
00:05:41: Ich konnte schon ab August und die Kultur-Wissenschaftlerinnen waren erst ab September Semester deswegen.
00:05:48: Und da habe ich dann aber auch gemerkt dass Ja, dass dieser ganze bürokratische Aufwand innerhalb eines Kulturbetriebs dann auch nicht so ganz das Richtige ist.
00:06:01: Auch aus verschiedenen Gründen.
00:06:02: da gab es auch nicht den Eingrund.
00:06:03: aber ich hatte mir dann drei Monate dieses Praktikum und dann habe ich gedacht na gut jetzt will ich doch mal ins Digitale weil ich kann mit Computern arbeiten Ich bin kein Programmierer Aber ich mag nur digitale Medien.
00:06:15: Ich werde jetzt mal woanders sind Und hab mich dann innerhalb von Hannover bei einem Unternehmen So schrotflintenartig sage ich mehr ich habe mich bei allen Unternehmen ... beworben die Marketing.
00:06:25: Irgendwas mit Marketing gemacht haben, weil ich dachte... Wie kann ich einen Personaler erklären?
00:06:31: Was habe ich im Musikstudium gelernt was ich jetzt auch noch brauchen kann?
00:06:34: und dann hab' ich gesagt ja hab ich den gesagt Musik ist ja schwer zu vermitteln und schwer drüber zu sprechen aber das kann nicht sehr gut.
00:06:40: deswegen kann ich auch gut Marketing-Emails schreiben oder was auch immer.
00:06:44: und es hat geklappt!
00:06:45: Und der Arbeitgeber hat dann mich nach meinem Praktikum auch fest übernommen.
00:06:49: Also ich war nach einem Jahr, stand ich dann tatsächlich irgendwie in Lohn und Brot ohne mich nochmal ausbilden lassen zu
00:06:55: miskeln.
00:06:56: Das ja auch schon gut gelaufen ist muss man sagen?
00:06:59: Ja
00:07:01: also das war gut... Ich habe auch gut gearbeitet!
00:07:04: Es ist nicht nur Glück sozusagen aber es kommt vielleicht gleich noch drauf Fähigkeiten, die ich glaube im Musikstudio mir dann angeeignet habe.
00:07:14: Ja das schnell umzuschalten zu schauen ok wo sind die großen Brocken die ich bearbeiten muss damit es hier erstmal läuft?
00:07:23: und so dass konnte ich glaube ich relativ gut.
00:07:26: also wie man sich vornimmt und sagt okay da sind die schwierigen Stellen und der Rest ist nur Begleitung.
00:07:33: ja genau
00:07:35: und das habe ich gemacht Ja, und dann jetzt bin ich noch wieder bei einer ganz anderen Firma gelandet.
00:07:40: Final aber das war mein Weg weg von der Musik und rein ins Digitale.
00:07:47: Und was machst du jetzt gerade?
00:07:48: Also
00:07:49: meine Firma bietet eine Plattform an für Medienschaffende die unabhängig werden wollen vom Werbeeinnahmen sprich Websites Podcasts Newsletter und mal unsere Software sozusagen.
00:08:00: da können die Leute das ist so als sie heißt meine Firma heißt Steady amerikanische Pondant aus Patreon.
00:08:09: Die Community können Mitgetschaften kaufen und kriegen dann dafür zum Beispiel Werbefreie Variante vom Podcast oder ein Bonus Newsletter mit mehr Inhalten, oder eine Paywall geht weg auf der Webseite.
00:08:20: Und ich bin da Ansprechpartner für die Kundinnen und berate sozusagen Medienschaffende, die sagen, ich möchte gerne unabhängig werden.
00:08:28: Ich gehe dann mit denen ins Gespräch und wir schauen dann zusammen, worauf reagiert die Community wahrscheinlich am besten um Unabhängige Journalismus oder unabhängiges Medien schaffen zu gewährleisten.
00:08:40: Hast du in deinem Beruf dann auch noch mit selbstständigen Musikerinnen zu tun?
00:08:45: Weniger, leider weniger.
00:08:49: Der eine Gründer von Steady hat einen ganz tollen Classic Newsletter der Gabriel Jorran Schleichwege.
00:08:55: zur Klassik heißt er wo Leuten, die noch keine Bezugspunkte zur klassischen Musik haben mit moderner Literatur aber Zugang schaffen möchte und schreibt darüber ein Newsletter.
00:09:07: Deswegen kannte ich die Firma auch schon sehr gut weil ich den Newsletter selber gelesen habe.
00:09:10: also wir haben auch ein paar Musiker innen bei uns im Portfolio sage ich mal aber nicht so sehr wie es mir eigentlich wünschen
00:09:22: würde.
00:09:22: vielleicht ändert sich ja das nach diesem Podcast.
00:09:24: schauen wir mal Du bist ja mit einer Klarinatistin verheiratet.
00:09:28: Also da läuft der Orchester-Dienstplan mit Diensten am Abend, am Wochenende an Feiertagen gegenüber deinem... ich unterstelle mal nine to five Job.
00:09:38: Sehen sich deine Frau nicht auch manchmal nach einem freien Abend oder im freien Wochenende?
00:09:43: Nein!
00:09:44: Meine Frau spielt sehr gerne Orchester.
00:09:47: die ist da absolut glücklich in dem Job den sie hat und hat diese ganzen.
00:09:54: Das ist also eine Prioritätensetzung.
00:09:56: Die ist einfach da voll dabei und die stört es auch nicht an Weihnachten zu arbeiten oder am Neujahrstag Silvesterkonzerte zu spielen, oder wie auch immer.
00:10:08: Was sind dann so die Top-Orchester-Themen, die ihr am Frühstückstisch diskutiert?
00:10:11: Weil natürlich spielt der Dienstbetrieb aus deinem Büro aber auch aus ihrem Orchesteralltag.
00:10:17: Der spielt sich ja dann auch irgendwo am Familien Frühstücks-Tisch oder am Küchentisch ab.
00:10:23: Was sind so die top Themen, die dir aus ihrer Orchesterpraxis so offen Tisch kommen wo du sagst, boah krass!
00:10:34: Also das sind oft so eine, wie das glaube ich in jedem Auch in jedem Job ist, wenn du mit deinem Ehepartner sprichst das sind immer die gleichen Kollegen.
00:10:42: Das ist gar nicht aus seinem Berufsabhängig sondern auch meine Frau hat immer die gleiche Geschichten von meinen KollegInnen in der Firma und ich höre immer die Gleichengeschichten von den gleichen KollegInnenden die sie da hat.
00:10:54: aber es kommen dann Themen wie Auslastung, Auslastungen von Konzerten.
00:11:01: wird dann mal warum ist das Konzert gut besucht?
00:11:03: Warum ist das konzert schlecht besucht?
00:11:04: Was ist mit RegisseurInnen?
00:11:08: Ja, die Inszenierung.
00:11:08: Wie inszenieren die Leute auf einmal jetzt eine Zauberflöte?
00:11:11: Gab es jetzt im Breben ganz neu?
00:11:14: da hat die inszenierende Person ohne Rezitative.
00:11:19: Hat alle Rezitative rausgestrichen und darüber wird dann viel geredet, hat das Vorteil, hat dass Nachteile sehr gut verkauft Die Vorstellung.
00:11:25: deswegen ist das Final dann wahrscheinlich doch ganz gut gewesen oder jedenfalls gut besprochen worden Und ansonsten ja einfach immer immer die gleichen Sachen, aber das was mich dazu gebracht hat auch das gut zu akzeptieren dass ich aus diesem beruf raus konnte.
00:11:43: das sehe ich trotzdem auch immer noch.
00:11:44: ja also bei meiner frau die liebt diesen job sehr.
00:11:48: deswegen freut sie sich noch auf den dienst aber wenn nicht dann auch mal mit ihren kollegen so mitsprecher.
00:11:52: es gibt weh immer noch wenig leute die sagen so toll dass wir hier musik machen dürfen zusammen oder dass wir jetzt hier die zauberplöte spielen können oder ich liebe dieses stück das hört man selten Seltener.
00:12:06: Hast du deinen Ausstieg auch mal bereut?
00:12:09: Nie, nicht eine Sekunde.
00:12:13: Das Einzige was ich so ein bisschen vermisse ist und ich bin absolut kein hier dieses Zitat da wo die Sprache aufhört fängt die Musik an.
00:12:23: Da glaube ich eigentlich nicht wirklich dran.
00:12:25: aber ich glaube schon dass wenn man sich jahrelang so intensiv mit einem Instrument beschäftigt das habe ich gemacht und ich war vom Niveau her Okay, sagen ich mal.
00:12:35: Es hätte auch zu einer Stelle durchaus reichen können glaube ich wenn das auf einmal wegfällt.
00:12:40: es ist schon ein Ausdrucksmittel.
00:12:41: ja und es ist schön sich mit Musik zu beschäftigen und stundenlang auch mit Musik zur Beschäftigung im Studium.
00:12:46: Ja dass üben stundenlange übenes hat mir sehr viel Spaß gemacht Und das ist auf einmal weggefallen.
00:12:52: und dem Ja dem trauere ich so ein bisschen hinterher Dass ich auch nicht mehr auf irgendeinem Instrument gut sein werde wie Ich war.
00:12:59: auf dem vergott war aber Diese berufliche Perspektive, dass ich da jetzt nicht mehr Orchester spielen kann.
00:13:06: Das ist für mich absolut kein Thema.
00:13:09: Du bist ja nach dem Studium erzählt gleich in der Orchester Akademie eines Opernorchesters gestartet und das ist ja noch mal eine ganz andere Herausforderung weil die Stücke, die ein Opernorchester quasi im Repertoire Betrieb spielt Wenn es gut läuft, hast du davon ein einziges in der Hochschulausbildung gesehen und die anderen sind ja alle dann irgendwie frisch.
00:13:28: Das ist glaube ich so auch der Unterschied zu einem Konzertorchester oder im Grunde von Orchester was ja faktisch auch ein Konzerthorchester ist wo man dann doch eher noch mal Stücke spielt, die man vielleicht schonmal im Landesjugendorchester Oder im BundesjugendOrchester oder einen anderen Orchester-Arbeitsphase schon Mal gesehen hat.
00:13:42: Und Opa ist ja für diejenigen die frisch von einer Hochschule kommen also wirklich der große Hammer wenn man dann eben Götterdämmerung Siegfried rausopern und so nie gesehen.
00:13:53: Und da muss man sich das alles auch in der Akademie natürlich draufziehen, und das ist ja schon ein Unterschied.
00:13:59: also wenn man demgegenüber dann in eine Orchesterakademie eines Konzertorchesters kommt fühlt sich das vielleicht doch ein bisschen Wie soll ich sagen, gefälliger in Anführungszeichen an?
00:14:08: Einfach weil man mit dem Konzertreperat war schon etwas mehr vertraut ist als beim Opernereperatur.
00:14:12: War das vielleicht auch ein Auslöser so rückwärts betrachtet?
00:14:16: Nee für mich nicht.
00:14:20: Da ist meides Erachtens schon ein paar Sachen schief gelaufen während meiner Zeit in der Akademie sozusagen.
00:14:27: aber der pädagogische Ansatz den die zum Start hatten in meiner Akademiezeit war schon sehr gut.
00:14:33: also hab ja dann damals zweites Vergott gespielt.
00:14:37: Ich kam rein, habe glaube ich erst mal ein Symphoniekonzert gemacht.
00:14:39: So Erfnungskonzert, das war erstmal Orchester kennenlernen, erstmal die Stücke, dann kam glaube ich erstmal eine Verdioper, dass ist am zweiten Vergot immer die große Erholung sage ich mal.
00:14:48: also die haben mich da schon so ran geführt, dass sich nicht gleich ne Labohemme vom Blatt oder so.
00:14:53: Also das war absolut nicht so und deswegen habe ich glaube ich obwohl die so die persönlichen Geschichten, Erfahrungen dann nicht durchweg positiv waren.
00:15:04: Habe ich da auch das Opernreparator eigentlich total lieben gelernt?
00:15:06: Damit hatte ich vorher auch nicht so wahnsinnig viele Bezugspunkte und Ich bin aber nicht daraus gegangen habe gesagt euch scheiß Opa Entschuldigung sondern ich hab gesagt Geile Opa!
00:15:16: Ich gehe jetzt auch in jede Opa Und ich finde es total toll Aber... Auf einmal waren die Symphoniekonzerte oder die Proben und die Konzerte für Symphoniekonzert auch nicht mehr so schön gewesen, wie sie vorher gewesen war.
00:15:30: Wenn du heute in die Oper gehst, denkst du dann immer wenn du das Stück schon kennst?
00:15:35: Die zweite vergotcht immer mit?
00:15:36: Nein!
00:15:38: Das habe ich gut ablegen können.
00:15:40: Es hat paar Jahre gedauert dass ich nicht mehr technisch Musik höre.
00:15:47: dass mir Intonationsschwankungen sehr negativ auffallen, dass mit gemeinsamer Einsätze mir sehr negativ auffällen.
00:15:53: Das ist irgendwann weggegangen.
00:15:54: ich kann ins Konzert gehen und das einfach genießen und selbst wenn meine Frau sagt die und die Stelle ah die klappert immer und was ist...das funktioniert nicht.
00:16:03: haben wir nicht hingekriegt?
00:16:04: Ich höre es nicht mehr!
00:16:05: Ich kann einfach da hingehen und das genießen.
00:16:08: Dann hast du eine gute Distanz gewonnen, das hört sich gut an.
00:16:12: Ja in deinem Podcast Also Titel was ganz anderes sprichst du ja mit Menschen, die eine ähnliche Vita wie du haben.
00:16:19: Mit großer Energie in eine Musikausbildung gestartet, teilweise um Orchester und Urder als Sängerin angekommen aber dann doch eben etwas anderes gemacht.
00:16:26: Kannst du irgendwelche Muster erkennen nach den ganzen Gesprächen, die du jetzt schon geführt hast?
00:16:31: Warum ist dazu kommt also gibt es so bestimmte bestimmte wieder sich wiederholende Muster.
00:16:38: Sei es jetzt dass man das man unter dem Druck dann einfach zusammenbricht oder eben unter Kritik von ProfessorInnen oder unter dem Arbeitsklima was in so einem Orchester herrscht.
00:16:50: Du hast ja eben ein bisschen angedeutet, dass dich das insbesondere so ein bisschen gestört hat.
00:16:55: oder Muster, oder kannst du da ein Muster erkennen?
00:16:59: Nein und zwar das hat aber auch einen bestimmten Grund.
00:17:02: Ich glaube ich bin der einzige der das so ganz klar auch benennt dass diese Stimmung die ich erfahren habe der Grund einer Hilfe war diesen Beruf leichter zu verlassen.
00:17:13: sagen wir es mal so.
00:17:16: Aber bei den anderen Gästinnen Da muss man sich ja auch vorstellen, ich schreibe die aus der Kalten an und sage hey möchtest du vielleicht mitmachen?
00:17:26: Und wenn jemand dann sehr struggling wird ganz unzufrieden ist.
00:17:30: Ich glaube die Person würde sich auch nicht so gerne vor das Mikrofon setzen außer sie will eine große Abrechnung machen haben Rechnungsgeschichte erzählen und irgendjemand noch in die Pfanne hauen ein paar Jahre später.
00:17:41: Ich würde das muss das einmal so unterteilen in zwei Altersgruppen Und zwar, ich bin jetzt gerade Mitte dreißig und bei den meisten Gästinnen die in meinem Alter sind plus minus zwei drei Jahre.
00:17:56: Da war Corona eine große, sage ich mal Unterstützungshilfe das zu machen weil die Leute hatten dann teilweise keine feste Stelle waren aber auch noch im Alter wo es auf jeden Fall noch drin gewesen ist und war um das noch zu kriegen.
00:18:09: Aber sie hatten es nicht.
00:18:10: und dann kamen so finanzielle Nöte dazu, weil Konzerte fielen weg.
00:18:16: Zeitverträge wurden vielleicht nicht verlängert oder was es da alles an möglichen Situationen gab und die mussten sich dann einfach zwangsläufig damit auseinandersetzen jetzt unter Umständen was sozusagen etwas ganz anderes oder was Neues zu machen?
00:18:31: Ja eine Geschichte, die auch durch die Medien ging war die Opernsängerin, die Straßenbahnfahrerin in Zürich wurde also ja.
00:18:38: Und dann haben die Leute sozusagen aus dem Zwang Teilweise dann erst mal was angefangen und haben dann unter Umständen aber gemerkt, hey das macht mir Spaß.
00:18:48: Und ich kann mir vorstellen das weiterzumachen.
00:18:50: Keine Ahnung, dass ist da eine Oboistin die in die Hochzeitsphotografien geworden ist oder einer der Benjamin Hummel hat eine Stelle in Herford und ist während Corona nach in Schwarzwald gegangen weil sie jetzt so viel frei hatten.
00:19:07: Da kommt er her und hat dann gemerkt oh ich will gar nicht mehr zurück.
00:19:10: Ja, ich habe hier so eine Heimatgefühle.
00:19:12: Ich möchte gerne nicht mehr nach Herrfer zurück.
00:19:15: Das hatte gar nichts Negatives mit Herrfer zu tun sondern hat aber gemerkt oh!
00:19:19: Hier bin ich eigentlich Zuhause in den Bergen.
00:19:21: Ich gebe das jetzt auf.
00:19:22: ja bei vielen Leuten und das muss man auch sagen so ein gemeinsamer Punkt es darf man auch nie vergessen sage ich auch immer gerne noch mal in dem Podcast folgen ist wenn man dann mit Mitte Ende dreißig seine Karriere wechselt, haben viele auch so einen finanziellen Aspekt durchaus.
00:19:40: Man darf jetzt nicht denken okay jetzt habe ich das aufgegeben jetzt gehe ich ins nächste und studiere nochmal Medizin mit Anfang dreißig sondern viele müssen dann auch pragmatisch denken und sagen wie kann ich eigentlich jetzt mit dem kurzen Weg auch in Lohn- und Brot kommen mein Geld verdienen?
00:19:59: Und dann gibt es dann halt Leute, die schauen wie kann ich kurze Ausbildung machen?
00:20:03: Duale Studium, berufsbegleitendes Studium.
00:20:06: Dass sie dann schon irgendwie anfangen Geld zu verdienen genau
00:20:11: und nicht nur jetzt aus deiner Vita sondern auch den Wieten der Mensch mit denen du gesprochen hast.
00:20:18: Musikstudium ist ja extrem leistungsorientiert, immer wieder mit Klassenvorspielen und dann kommt Zwischenprüfung
00:20:26: usw.,
00:20:27: also es ist schon auch eine Challenge sich mit den Mitstudierenden zu vergleichen.
00:20:33: Das ist ja anders als in anderen Studiengängen.
00:20:35: Gut, da gibt es dann Noten von Arbeiten aber das ist nicht so im wechselseitigen Vorspiel eines Abends wo man weiß okay der ist jetzt wirklich gut und er hat richtig durchgestartet.
00:20:50: Hast du das wahrgenommen dass diese extrem herausfordernde Ausbildung auch für diesen neuen Berufseinstieg wirklich eine gute Grundlage war.
00:21:02: Man diskutiert ja häufig auch mit RektorInnen von Musikrohschulen, die dann sagen naja wir sind ja auch keine Berufsschule Sondern wir bilden quasi erstmal Menschen aus und ob die dann nachher wirklich in den Musikbetrieb gehen, was natürlich wünschenswert wäre.
00:21:17: Oder ob sie dann auch in einen anderen Bereich gehen der vielleicht mit dem Musikbetrieb verbunden ist also Verlagswesen oder es gibt ja unendlich viele Bereiche wo auch Ausgebildete Musikerinnen tätig sind.
00:21:29: das weiteste was ich so gehört habe war Die Vorstandsprecherin einer Bank Ja, also die dann noch weil sie auch noch Mathematik studiert hat.
00:21:37: Das ist eine schöne Kombination.
00:21:39: Dann quasi dort angekommen ist als Opernsängerin wohlgemerkt.
00:21:44: Also deswegen da gibt es ja sehr breite Aufstellung.
00:21:48: aber nochmal das Musikstudium als solches als Grundvoraussetzung um dann später auch einen anderen Beruf machen zu können?
00:21:54: Ja!
00:21:55: Da gab's keine Person und das frage ich aber auch immer im Podcast.
00:22:00: ganz am Ende meiner jeweiligen Folgen frage Ich die Gäste immer glaubst du das war ne gute Idee Musik zu studieren.
00:22:05: Oder hättest du lieber gesagt, oh, früher!
00:22:07: Lieber früher auffahren und lieber gleich was anderes machen?
00:22:09: Und keine Person hat gesagt ich bereue das oder ich würde es nicht noch mal machen oder wie auch immer die... Wie gesagt, dass kommt bis dann auf den Bias der Gäste an.
00:22:18: Ich glaube es wird diese Leute geben, die das bereuen aber die wollen wahrscheinlich nicht so gerne einen Podcast darüber aufnehmen oder diesen schwerer zu kriegen.
00:22:25: Aber alle sagen, ich habe so viel gelernt, ich hab so viele tolle Erfahrungen gemacht.
00:22:29: Die haben mich als Mensch so geprägt diese Zeit.
00:22:33: Und ich bin ja jetzt glücklich, da wo ich bin, bin ich auch jetzt glücklich!
00:22:37: Deswegen will ich das nicht missen.
00:22:40: Was viele sagen ist... Das würde ich in Teilen auch unterschreiben dass sie die Vorspielsituation nicht vermissen.
00:22:50: Dieses stelle ich mal hin und zeig mal was du kannst.
00:22:53: Ja, ich persönlich habe diese Einzelvorspiele, Klassenvorspiele wie auch immer nie als so problematisch gesehen.
00:22:58: Deswegen stört es mich jetzt nicht so wahnsinnig dass das nicht mehr da ist.
00:23:02: aber viele sagen okay Es ist doch gut, dass sich dieses punktuelle Abliefern, dass es das nicht gibt sondern ich hab einen Beruf und wenn ein kleiner Feder passiert dann habe ich in jedem Fall keine Ahnung einen Buchstabendreher an der E-Mail oder so.
00:23:18: ja dann habe Ich die Möglichkeit das nochmal auszugleichen.
00:23:20: oder das ist jetzt vielleicht nicht so Wahnsinnig schlimm.
00:23:24: Deswegen, das genießen glaube ich viele Leute.
00:23:26: Dass die sagen okay jetzt kann ich einfach so ein bisschen entspannter meine Arbeit machen und es kommt eben nicht alles auf diesen einen Moment an sondern es kommt darauf an wie ich mich langfristig entwickeln.
00:23:37: Wobei man da auch sagen muss wenn man damit langjährigen Orchester-KollegInnen spricht.
00:23:41: Da sind wahrscheinlich auch Leute die sagen hey also ich spiel jetzt in dreißig Jahre im Orchester.
00:23:46: Wenn mir mal ein falscher Ton passiert ist es halt so.
00:23:48: Ist mir jetzt auch nicht so wichtig.
00:23:50: Kommt einfach auf die Person an.
00:23:53: Ja, wer im Jugendalte den Entschluss fast Musik zu studieren, der begibt sich ja wie im Leistungssport auf ein sehr entbehrungsreichem Weg.
00:24:00: Also was so am Nachmittag wo die anderen dann irgendwo draußen spielen, die Kumpels und Kumpelinen, da muss man dann üben hat er auch quasi Daniel Hope war das glaube ich mal sehr lebhaft erzählt.
00:24:11: seine Freunde sind draußen am Strand auf dem Surferbett und drinnen geige... also aus einem schönes Bild Und erzeugt das System über Jugend musiziert, über die Aufnahmeprüfung an der Hochschule.
00:24:22: Später wird die Fokussierung auf das Probespiel im Orchester überspitzt formuliert.
00:24:27: vielleicht lauter Fachidiot mit Tunnelblick?
00:24:31: Würde ich sagen nein!
00:24:33: Es gibt aber sicher dafür auch die Cases.
00:24:36: ja also wenn ich mir anschaue und ich bin ja noch sehr tief drin in der klassischen Musik Das ist mein Hobby Thema Nummer eins Also ich bin da noch ganz dicht dran Wenn ich mir so List-Innen an der Geige oder am Klavier anschaue, die einen technischen Niveau erreicht haben.
00:24:50: Das geht nicht anders.
00:24:52: Man kann das nur über sehr hohen Zeitinvest machen.
00:24:56: aber wenn ich mir anschaue meine Vergottkolleg-Kommilitoninnen in der Uni und Dioboden also mit die Holzbläser... Ich habe ja vergotst studiert.
00:25:04: da waren jetzt die Leute auch teilweise gut entspannt Ja, waren jetzt nicht so extrem tief drin um alles mögliche bis zum Maximum auszureizen und haben trotzdem erfolgreiche Karrieren auch im Orchester geschafft.
00:25:17: Also ich persönlich finde es ist ein bisschen eine Mehr da sozusagen ja wir haben uns jetzt so aufgegeben und wir opfern alles nur damit wir den Job kriegen und vielleicht kriegen wir den job nicht Und dann ist das ganze Leben irgendwie gelaufen.
00:25:31: Damit habe Ich ja auch mit dem podcast gestartet so ein bisschen um zu zeigen hey Selbst wenn du Musik studierst, kannst du da auch noch was ganz anderes machen.
00:25:43: Das ist sozusagen der Claim des Podcasts.
00:25:45: Was machst du eigentlich nach dem Musikstudium?
00:25:49: Hast du so viel mitgekriegt und mitgenommen und du kannst quasi überall hingehen.
00:25:53: Du kannst nochmal studieren!
00:25:55: Du kannst eine von meinen Gästen in einem Podcast, die jetzt Schließerin in der JVA hat... Die geht einfach die Gefängniswärterin.
00:26:03: Ja, wir haben jemanden, der ist Programmierer geworden.
00:26:05: Wir haben jemandem, der macht selber Podcasts auch.
00:26:09: Jemand, die ist Finanzmanagerin geworden.
00:26:10: also man kann einfach viel machen weil man ein gutes Zaumzeug mitbekommt um diesen Schritt einfach zu wagen und den Leuten die überlegen den StudentInnen vielleicht überlegen was anderes zu machen für die habe ich auch diesem Podcast gestartet um zu zeigen hey guck mal was da möglich ist du musst nicht unterrichten.
00:26:29: Du musst nicht freischaffender Mugga werden und der da dein ganzes Leben um die Muggerei aufbauen, du kannst auch diesen Schritt machen und sagen hier ist eine ganz andere Perspektive.
00:26:42: Bei mir war es vor allen Dingen wichtig weil man... Es gibt ja teilweise diese Geschichten dass er wird dann Pilot oder der hohes Tier geworden hier und da was ich auch grundsätzlich in meinem Podcast gerne erzählen wollte Man muss nicht diese Leistungsgedanken weitergehen, sondern du kannst auch einen ganz normalen Job.
00:27:03: Ich hab ein halbwegs normales Job, würde ich sagen.
00:27:05: Ich sitz einfach im Büro, im Homeoffice, mache meinen Job und das ist alles gut!
00:27:09: Ich habe jetzt keine Star-Karriere hingelegt, ich verdiene keinen Hunderttausend Euro im Monat ja... Und trotzdem hab' ich ein gutes Leben und es ist schön so wie's is'.
00:27:17: Und ich muss nicht mehr mit dem Vergott meinen Lebensunterhalt beschreiben.
00:27:22: Aus den Podcastgesprächen, Bezug auf Hochschule und Studium.
00:27:28: Wo würdest du wenn Defizite in der Ausbildung sehen?
00:27:32: Also was so diese Bezugspersonen Professor, Professoren betrifft die ja sowohl im Gesang als auch im Instrument einfach eine extrem hohe Bedeutung haben.
00:27:44: man sucht sich quasi seinen Lehrer, seine Lehrerin da aus ist auch manchmal eine Blackbox.
00:27:50: Weil das geht dann... die hatten Ruf ja.
00:27:53: ob das nachher in der Praxis dann wirklich so ist?
00:27:54: Das merkt man denn erst wenn man da ist und dann nochmal Lehrer wechseln ist auch ein heikles Thema an der Hochschule.
00:28:00: also was sind so die Hochschultämen wo du sagst oh da kann Musikhochschule noch besser werden wenn sie sich diesem Thema noch mehr annehmen würde?
00:28:11: Ja dass es auch immer so.
00:28:12: eine Frage ich habe.
00:28:13: Ich bin leider nicht das beste Beispiel, weil ich meine Hochschulausbildung wirklich geliebt habe.
00:28:19: Also ich habe gerne geübt... ...ich habe mit meinem Professor ein sehr gutes Verhältnis gehabt.
00:28:22: Das war ein sehr logisch denkender Mann der hat keine Illusion gemacht,... ...der hat uns immer gut beraten im Unterricht und auch sozusagen in den Lebensfragen die aufkommen.
00:28:32: Ich finde, ich fand es ganz interessant was du jetzt gesagt hast dass DirektorInnen der Hoch Musikhochschulen sagen ja vielleicht schaffen wir das auch sozusagen Leute auszubilden über das Musikstudium, die dann sonst wohin gehen.
00:28:45: Ich habe das Gefühl dass es bei dem Professor ihnen nicht angekommen also dass mir mein Prof mal gesagt hätte ja justus du das Typ ist jetzt hier schön vergott aber Irgendwann machst du was machst du mal was ganz anderes oder so?
00:28:56: Das ist nicht durchgekommen.
00:28:58: Ja Also das gab's auf jeden Fall und das ist auch die Realität an den musikrausschulen wenn man sich seine Klasse anschaut.
00:29:04: Es können ja mathematisch gar nicht alle einen Job kriegen, es ist auch unmöglich.
00:29:08: Aber trotzdem gab's diese Geschichten nicht oder man wusste nichts davon.
00:29:12: was machen eigentlich die Leute, die jetzt mal aufgehört haben?
00:29:15: Ja, ist das nicht eine Illusion sogar also quasi dass der Professor oder die Professoren jedem sagt na klar du hast das Zeug und klar.
00:29:23: Und die Klasse ist schön voll aber intern weiß man natürlich mathematisch.
00:29:28: Also, okay.
00:29:29: Zwei bis drei von zehn werden ein Probespiel gewinnen und zwei davon werden im Orchester landen eine Selbstständigkeit und die anderen irgendwo anders?
00:29:37: Ja.
00:29:37: Ist ja
00:29:39: realistisch!
00:29:41: Mein Professor an der UDK in Berlin hat das so erzählt.
00:29:48: Klar kann das passieren oder man muss es halt optimieren.
00:29:50: Man muss alles leider optimieren, die höchste Wahrscheinlichkeit um dann das Probespiel zu schaffen aber ist natürlich kein Garant für nichts.
00:30:00: Aber da hatte ich in meinem Podcast zum Beispiel auch Interviewgäste Die vor allen Dingen eher im Streicherbereich wo die Das erste Mal nach dem Diplom überhaupt mit ihrem Professor über mögliche Karriere also nicht nur innerhalb Also nicht nur generell, sondern auch innerhalb der Musik.
00:30:16: Die haben keine Probespielstellen gemacht, die haben nichts gemacht, sie haben nur Solo-Konzerte gespielt.
00:30:20: und da denke ich so aha gut es klingt noch sehr altpacken.
00:30:24: ja das war vielleicht früher mal möglich aber da sollte man jetzt schon ein bisschen Frühjahr drüber sprechen.
00:30:30: Ja gut das Thema Probes Spielstellen im Unterricht glaube ich ist vierzig Jahre alt oder?
00:30:35: Das ist wirklich eine lange Geschichte mit einem großen Bad.
00:30:40: Dann der nächste Schritt ist ja quasi jetzt im Instrumenteilbereich oder auch Nordtübem Gesangsbereich, Opernbühne oder im Instrumentalbereich eben Probespiel und dann Orchesterakademie oder eben auch Befristete- oder Festestelle.
00:30:55: Was hast du so aus deinen Gesprächen wahrgenommen, was den Orchesterbetrieb betrifft?
00:30:58: Du hast deine eigene Wahrnehmung mit der Akademie die nicht super positiv war und die dich ja auch geprägt hat ein Stück weit.
00:31:05: Aber was hast du aus den Gesprächen mit deinen Postkastgesprächspartnern so wahrgenommen?
00:31:12: Was diesen Orchester Betrieb, diesen Sprung sozusagen in die Realität betriffe?
00:31:16: Inwiefern das dann wie bei dir eine gewisse Desillusionierung?
00:31:23: mit sich gebracht hat und dann auch den Entschluss, okay das ist dann doch nicht mal.
00:31:28: Da fand ich eigentlich ganz spannend weil es bei mir gar nicht so der Fall war wie die Leute, die Akademien hatten oder auch Zeltverträge oder auch festzustellen, die hatten dann oft irgendwie ein Identifikationsproblem.
00:31:40: Die saßen da drinnen und haben gesagt... Ich gehör gar nicht dazu!
00:31:45: Also ich habe das Gefühl, die Leute um mich rum sind eine geschlossene Einheit.
00:31:51: Ich bin aber gar nicht Teil davon.
00:31:54: Obwohl die ja sozusagen dann genauso mitgespielt haben wie die anderen, das hatte ich per se nicht.
00:32:01: Mich hat es gestört ... Aber ich hab mich nicht so außen vorgefühlt.
00:32:05: Wobei die anderen Gäste hatten immer eine Identifikationthematik und haben dem auch nachgegeben und gesagt, wenn ich mich nicht wirklich teilfühle in meinem Leben lang oder Akademien und zwei, drei Jahre gespielt habe und es gibt keine Aussicht auf Besserung die dann gesagt haben, nee also ich kann jetzt da nicht mein Leben lang hier sozusagen das nur für den Geldgewinn betreiben um dann in Rente zu gehen irgendwann sondern da muss sich mal was machen.
00:32:34: Könntest du mitgehen wenn man sagt Orchester brauchen eine andere?
00:32:39: ja ich sag mal Willkommenskultur für neue Mitglieder?
00:32:43: Also ein Onboarding, ich sag mal bei Unternehmen egal wo spielt das onboarding heute eine wahnsinns große Rolle.
00:32:51: Einfach weil bestimmte Arbeitsmärkte ja ziemlich leergefegt sind und deswegen die Unternehmen die da rein investieren sei es im dualen Studium sowieso sehr gezielt Arbeitskräfte suchen und deswegen sich sehr viel Mühe geben im HR Bereich das onboarding gut zu gestalten um die Leute auch wirklich einerseits zu binden andererseits in dieser Zeit auch wirklich zu testen auf Herz und Nieren.
00:33:15: Das wäre dann die Probezeit im Grunde genommen, aber das wird sehr intensiv mit einer guten Supervision durchgeführt Und mein Eindruck ist, das ist im Orchester, naja.
00:33:28: Das ist dann dem Orkestervorstand so ein bisschen überlassen war ja eine Personalabteilung der herzlich wenig zu melden hat und da läuft es halt so wieder wie immer im Orkester gelaufen ist und so wie der Orkesta-Vorstand gerade aufgestellt ist aber nicht wirklich professionell einfach weil die KollegInnen, die das machen darf wir auch gar nicht ausgebildet sind also für so einen Onboardingprozess.
00:33:49: ob das nicht auch ein Thema ist wo man sagt naja dass is eigentlich gut, dass man das so ein bisschen dem Zufall überlässt.
00:33:58: Wie geht es gerade so eine Orchesterforschung aufgestellt ist?
00:34:00: Zum Beispiel ich bin jetzt bei uns in meiner jetzigen Firma auch nicht diese Prozesse der Mitarbeiterverwaltung.
00:34:07: Wir sind holokratisch mein jetziger Arbeitgeber ja also es gibt keine oben unten Hierarchien sondern wir arbeiten in Kreisen auch sehr modern ganz toll mit einem zehnkernen Auge sage ich das und... Also das ist ja nicht nur das Eine Ich glaube das ist nicht was eine Sondern das geht.
00:34:24: dann viele, die ins Orchester reinkommen.
00:34:28: Die sind ja im Probejahr und das ist der Moment auf den das ganze Studium so hinläuft.
00:34:35: Und dann haben halt die Leute das Gefühl ein Jahr lang jetzt zählt's!
00:34:40: Also jetzt darf ich nichts falsch machen.
00:34:42: Jetzt muss ich mich beweisen, gleich ist alles vorbei.
00:34:46: Meine ganze Arbeit kann sich irgendwie sozusagen meine jahrelange Arbeit hier in Luft auflösen weil der eine mich nicht mag oder das irgendwie so runter anfängt zu purzeln irgendwie.
00:34:57: und deswegen also ich finde wenn man das machen möchte dann muss man... Nicht nur on-boarding!
00:35:02: Man musste nicht bei dem bei dem nach dem Probespiel anfangen, sondern vor dem Probe-Spiel anfangen.
00:35:06: will man das machen wie in den skandinavischen Ländern mit den Trials.
00:35:10: Will man aber Chancengleichheit bewahren dass nicht irgendwie eine Instrumentengruppe nur von einem Professor bedient wird weil gut genug sind ja viele für ein Orchester.
00:35:18: Jobs muss man ja schon sagen und deswegen ja ziehen wir mal hier die Leute hoch irgendwie rein weil wir wissen das geht schon so eine Situation das denke ich immer wieder.
00:35:27: Ich habe mein ersten Job bekommen meine Festanstellung ... gemerkt haben, meine Firma.
00:35:33: Hey der macht das ganz gut!
00:35:34: Ich war da im Praktikum und nach zwei Monaten ... ... haben sie gesagt Justus wenn dein Praktikum vorbei ist... ... kannst du hier gerne anfangen so.
00:35:40: Und dann denke ich mir auf die einen Seite ... ... man spielt ein Praktikkumpf um Orchester und dann soll es Orchester sagen,... ..."Wir machen jetzt gar kein Probe-Schwill mehr weil wir den gut
00:35:48: finden.".
00:35:49: Das sind aber dann aber ... ... hundertviertig StudentInnen in Deutschland die sagen also Entschuldigung,... ...das ist ja wohl keine Chancengleichheit,... ...dass ich jetzt gar nicht mehr vorspielen darf.
00:35:58: Da frage ich mich immer so ein bisschen ob ich keine Antwort führt.
00:36:01: Spreche ich auch immer gerne mal mit meiner Frau dann darüber, wenn die Pro-Spiele haben oder signifikante Stellen vergeben.
00:36:07: Wie wäre es denn jetzt eigentlich der beste Weg?
00:36:09: Um Gleichheit für alle zu gewährleisten aber auch vielleicht ein bisschen besseren Weg als jemanden im Probejahr eine Tosca reinzusetzen und zu sagen ja schauen wir mal wie lange der auf der richtigen Seite bleibt irgendwie.
00:36:23: Muss man sich gut was überlegen!
00:36:25: Gut, also Thema Onboarding im Orchester bleibt ein spannendes Thema.
00:36:29: Justus wir kommen so langsam auf die Zielgrade des Gesprächs und normalerweise frage ich hier immer nach einem Musiker oder Dirigentenwilz oder neulich hatte ich einen Geschäftsführer hier nach einer Geschäftsführer oder Intendantenanektote.
00:36:43: hast du aus deinem Podcastgesprächen oder auch aus deiner Vita eine denkwürdige Episode die hier rein passt?
00:36:52: Eine denkwürdigere Episode?
00:36:54: mich hat was mich lange begleitet hat, aber es ist jetzt vielleicht nicht so wahnsinnig lustig anektotisch.
00:37:03: Ist das wir mal eine CD aufgenommen haben mit dem Bundesministerium für Verkehr?
00:37:13: Es ging dann nur um Mozart langsame Sätze Klavierkonzerte genau und es ging dann darum dass die Leute die diese CD hören nicht so schnell fahren.
00:37:23: Also man sollte, die haben Zehntausend CDs bestellt und haben gesagt okay wir geben die raus.
00:37:28: Und dann hören die nur langsame Sätze im Montag-TV Konzerte und dann fanden sie nicht so schnell und ich habe immer gedacht oh scheiße, aber die schlafen doch dann ein.
00:37:37: ja also es ist dann gar nicht das zu schnell.
00:37:40: Das war ganz spannend weil da konnte ich einmal ... das wurde von der Ernst Siemens Musikstiftung auch finanziell begleitet und deswegen hatten die die Preisträger Das waren auch nur Männer gewesen, dazu als Liste eingeladen.
00:37:54: Und da kam der Herr Ramsauer damals und er hat ein ganz tolles Mozart-Klavierkonzert gespielt.
00:38:00: Da kann ich mich noch gut erinnern.
00:38:01: Dieses hier James Bond oder da unter dem Wasser ist?
00:38:04: Ich weiß gar nicht mehr welches Kirchewerzeichen.
00:38:06: das war so eine Anekdote die mir wirklich im Kopf geblieben ist.
00:38:10: mit dem ehemaligen Bundesverkehrsminister einen Mozart Klavier Konzert aufnehmen
00:38:14: Das ist cool.
00:38:15: Ich hätte ja spontan daran gedacht, dass das Bundesverkehrsministerium für mehr Beruhigung im Stau sorgen will.
00:38:21: aber... Hast du dein Vergott verkauft oder steht das noch am Schrank?
00:38:29: Nein!
00:38:30: Das musste ich verkaufen und das war ja so teuer und ich hatte damals einen Kredit über eine PES-Stiftung aus Mannheim.
00:38:37: die waren so nett mir das vergott zu finanzieren und da hätt' ich dann trotzdem Keine Ahnung, um das bei Zehntausend Euro im Jahr zurück bezahlen müssen oder sowas und das ging da nicht.
00:38:46: Nee klar dann steht dazu viel Geld im Schrank ne?
00:38:49: Ja!
00:38:51: Und du hast auch alles was man sonst noch so zum Rohreblätter schnitzen unter Blut.
00:38:55: Das war das erste was wegfiel habe ich gut an meinen ehemaligen Lehrer aus Schwerin und da haben jetzt die nächsten Studentinnahmen das dann jetzt günstig ist.
00:39:04: Die sich dann wieder ins Hamsterrad bewegen.
00:39:07: Ja,
00:39:10: zum guten Schluss.
00:39:10: Was gibst du Menschen mit auf den Weg die mitten in der Musikausbildung stehen im Bachelor oder Master an der Musikhochschule und Zweifel bekommen ob das alles so richtig ist?
00:39:19: Welche Tipps hast Du da parat?
00:39:21: Also erstmal würde ich natürlich sagen hört mein Podcast Da gibt es Geschichten von Leuten wie diesen Mut hatten.
00:39:26: Das kann man sehr niedrig schwellig ja kostenlos Werbefrei könnt ihr gucken.
00:39:30: was haben andere Leute gemacht?
00:39:32: Und auch eine Zielsetzung für den podcast war zu sagen den Leuten das was du jetzt gerade machst, dieses Musikstudium.
00:39:43: Das ist nicht umsonst.
00:39:44: ja man darf nicht denken dass man jetzt nur sozusagen nur Musik studiert hat und dann kann man gar nichts damit machen.
00:39:50: irgendwie neben diesen Hard Skills der Turnleitern und Intonationen und Rohre bauen und fast da nicht alles ist lernt man so viel was in der Arbeitswelt immer noch sehr relevant ist, sich durchzubeißen.
00:40:02: Sich reinzugraben in irgendwas zu sagen okay ich bleib jetzt hier dran!
00:40:06: Ich erkenne große und kleine Schwierigkeiten.
00:40:09: wie priorisiere ich welche Dinge?
00:40:11: Das ist so viel wert und kann.
00:40:12: dann sage ich mal einen Wechsel schnell machen.
00:40:17: aber man isst es ja gewohnt solange auch an einem Projekt ein Stück auch mal zu üben wenn es ein schweres Konzert ist und auch da dran zu bleiben.
00:40:24: also man lernt ganz ganz ganz viel was nicht mit der Musik zu tun hat und deswegen kann man auch viel schaffen Mut haben.
00:40:31: Ja, das würde ich denen
00:40:32: sagen.".
00:40:33: Das Verklang voll Gerald Nardens im Gespräch mit Justus Mache der was ganz anderes macht.
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