Anselm Rose: Die ROC – Das Musikflaggschiff aus Berlin
Shownotes
Die Rundfunk Orchester und Chöre gGmbH Berlin vereint unter ihrem Dach zwei große Orchester und zwei Chöre. Im Gespräch von Gerald Mertens mit ROC-Geschäftsführer Anselm Rose geht es u.a. darum, wie man vier Ensembles erfolgreich auf dem Musikmarkt etabliert, wie man weltweit mediale Reichweiten erzielt, wo aktuell die Herausforderungen für Rundfunkklangkörper und die deutschen Orchester und Chöre liegen.
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Transkript anzeigen
00:00:00: Klangvoll aus dem Maschinenraum des Musikbetriebes.
00:00:09: Der Outcast von Gerhard Mertens und Short Music.
00:00:20: Willkommen zu dieser Folge von Klang voll, ich bin Gerhard Martens leitender Redaktor der Zeitschrift das Orchester.
00:00:26: mein heutiger Gast ist Anselm Roseb-Anselm.
00:00:29: du bist seit zwei tausendachzehn Geschäftsführer der Rundfunkorchester in Kürrige im BH in Berlin kurz ROC oder noch kürzer Rock.
00:00:38: Danke, dass wir heute in deinem Maschinenraum des wohl größten Musik-Tankers in Deutschland blicken können.
00:00:44: Ich freue mich auf unser Gespräch.
00:00:46: Ich auch!
00:00:46: Vielen Dank für die Einladung.
00:00:48: Was haben wir in den kommenden dreißig bis vierzig Minuten auf der Agenda?
00:00:53: Wir wollen auf die geballte Musikpower von zwei Sinfonieorchester und zwei Chören in der ROC Berlin schauen – auf eure medialen Reichweiten auf die Lage der Klangkörper im öffentlich-rechtlichen Rundfunk allgemein, auf Möglichkeiten Drittmittel einzuwerben.
00:01:11: Auf aktuelle Trends im Klassikbetrieb und vielleicht kommen wir auch noch zu deinen Eindrücken vom aktuellen Deutschen Orchestertag in Berlin.
00:01:19: Zunächst kurz zu deiner Person.
00:01:21: du bist studierter Diplom Verwaltungswissenschaftler und spielst Geige Das mit dem Verwaltungswissenschaftler muss vielleicht noch mal erklären.
00:01:29: Du warst Geschäftsführer, beziehungsweise Intendant bei den Bergischen Symphonikern in Rämscheid-Solingen beim Stuttgarter Kammerorchester für kurze Zeit, bei den Münchner Symphoniker und neun Jahre lang bis zum Jahr zwei Tausend Vierzehn, Intendante Dresdner Philharmonie und seit dem Jahr Zehntausend Achtzehn.
00:01:46: wie schon gesagt bist du Alleingeschäftsführerin der ROC Und skizziere doch mal Kurz die vier Klangkörper der ROC und eure einzigartige Trägerstruktur, damit sich die Zuhörenden ein bisschen mehr darunter vorstellen können.
00:02:01: Ja kurz zu diesen Verwaltungswissenschaften.
00:02:03: das klingt ja wenig sexy als Studium aber ich muss dazu sagen es ist wahnsinnig interessant weil es das juristische Studium abgespeckt um die Dinge die man in einer Verwaltung bekannterweise nicht braucht sind du bist ja voll Jurist du kennst das Strafrecht etc.
00:02:15: ist für Verwaltung und Management nicht interessant, sondern da geht man dann stattdessen zu den Wirtschaftswissenschaftlern und zu den Politikwissenschaftlernen und lernt alles was irgendwie im politischen oder verwaltungs Kontext von Relevanz ist.
00:02:26: also insofern ein sehr gutes Studium vor allem zur Vorbereitung auf ja die nun zumeist sind öffentliche handbefindlichen Kulturinstitutionen.
00:02:35: Also diese Ausbildung möchte ich nicht missen.
00:02:37: Was ist die ROC?
00:02:37: Und wir sagen nicht mehr Rock.
00:02:39: Rock war ein neunziger Jahr.
00:02:41: Wir rocken da so ähnliche K-Lauer.
00:02:42: Nein, das ist vorbei!
00:02:43: Wir sagen ganz klar ROC oder den vollen langen Namen.
00:02:49: Das war eigentlich eine schlaue Idee in den neunziger Jahren.
00:02:51: Es gab in Westberlin das damalige Radiosinfonierorchester Ein weltbekanntes Orchester ebenso wie der Rias Kammerkor Und im Osten Berlins gab es Deutschlands ältestes Rundfunkor und den großen Rundfunkor, beides Institutionen oder alle vier Institution die nach der Wende nicht abgewickelt werden sollten.
00:03:09: Nicht nur wegen ihres Renommés in ihrer besonderen Rolle im Berliner Konzertleben sondern weil natürlich auch die Politik wusste dass in den neunziger Jahr schon einige Kultureinrichtungen abgewickelt wurden.
00:03:18: Natürlich gerade im Oosten Deutschlands Und das ist das zu vermeiden Geld.
00:03:22: Aber niemand wollte die so richtig haben, also beim ZDF sollten sie mal unterkommen... ...das war dann doch keine gute Idee.
00:03:27: Das Land Berlin konnte sich schlichtweg nicht leisten.
00:03:30: und dann gab es in fouro-neunzig die Gründung der ROC GmbH mit der ganz schlichten Aufgabenstellung.
00:03:38: Es möchten sich die vier Gesellschafter zusammenfinden und auch die finanziellen Lasten tragen, die am meisten davon haben.
00:03:44: Und das isst der Deutschlandradio als größter Anteilseigner, dass ist die Bundesrepublik Deutschland Und das ist das Land Berlin und als kleinster Gesellschaft der RBB.
00:03:55: Die teilen sich die Kosten, die damit verbunden sind und so gesehen profitiert natürlich auch jeder dieser Gesellschafter davon weil man immer sagen kann du bekommst eine kulturelle Spitzendienstleistung im Gesamtwert von über fünfzig Millionen Euro im Jahr aber du zahlst nur einen relativ kleinen Anteil davon.
00:04:11: So profitieren alles.
00:04:12: also eine sehr gesunde Konstruktion bis heute sehr erfolgreich ist.
00:04:20: und jetzt auch mittlerweile kann man gleich noch mal darauf sicherlich zu sprechen, als Benchmark für andere Radio Ensembles gehandelt wird.
00:04:26: Kurz zur Erklärung das ist eine Holding-Gesellschaft und da werden die vier Ensembls wie man so schön sagt betrieben.
00:04:34: Die Ensemble sind künstlerisch komplett eigenständig, haben ihr eigenes Management etc.
00:04:38: Und wenn jetzt eine Zuhörerin sich ein Ticket kauft man nicht wegen beim RSB, beim Rundfunk-Symphonieorchester dann wird diese Person nicht unbedingt merken dass sie eigentlich bei der ROC landet.
00:04:48: Wir als ROC sorgen für die Rahmenbedingungen also natürlich Finanzen in erster Linie aber auch die Querschnittsaufgaben die jedes Ensemble nicht für sich selber macht.
00:04:56: das ist die komplette Personalverwaltung, Lohnungsgehalterbrechnung, Controlling, Financen natürlich der Vertrieb Und das ist auch die Digital-Entwicklungsstrategie, die wir unternehmen.
00:05:09: Wie viel Beschäftigte hat die AOC insgesamt?
00:05:12: Insgesamt vierhundertdreißig Menschen!
00:05:14: Das ist also wirklich ein großer Musikzacker, weil man über alles mal rechnet... Ja es ist
00:05:19: der größte Ensemble verbunden tatsächlich in Deutschland und die meisten davon naheliegenderweise über dreihundert sind da.
00:05:24: Dreihundertfünfzig, dreihundertsechzig sind allein künstlerisch beschäftigt.
00:05:29: Also wenn man alles zusammen nimmt, ist die ROC als solcher größer als die Klangkörperabteilung der größten ARD-Sender also NDR, der ja auch vier Klang Körper hat oder der WDR ebenso.
00:05:40: Das ist schon wirklich ein großes Flaggschiff kann man zu sagen.
00:05:44: Absolut!
00:05:46: Und wie muss man sich jetzt deinen Job konkret vorstellen?
00:05:48: Du hast es eben schon mal
00:05:49: beschrieben.
00:05:50: Die beiden Orchester, die beiden Köhre haben jeweils einen Direktor oder eine Direktoren im künstlerischen Leiter eigenes Management Team.
00:05:57: was machst du dann ganz konkret mit den Mitarbeitenden in deinem Overhead?
00:06:05: Meine Aufgabe besteht darin, die natürlich die Rahmenbedingungen sicherzustellen.
00:06:10: Das heißt, die Kontakte zu den Gesellschaftern und zum vorpolitischen Raum und zu den Medien
00:06:14: etc.,
00:06:15: die für solche Aufgaben relevant sind, zu halten und dafür zu sorgen.
00:06:18: Und denn darum kümmern sich die Usurhornbeitz selber nicht dass diese Voraussetzungen für sie vorhanden sind.
00:06:24: In Bezug auf die Kunst bin ich nicht mehr dabei.
00:06:26: also ich diskutiere jetzt nicht mit einem Orchesterdirektor oder einer Direktorin über diesen nächsten Beethovenzyklus Sondern das sind Dinge, die werden autonom in dem wir sagen auch gerne Profi-Center zu unseren Ornbils.
00:06:38: Das wird dort autonom geregelt.
00:06:40: Ich darf mit Chefdirigenten ihre Verträge verhandeln und natürlich auch das Leitungspersonal wie jetzt Chor oder Orchesterdirektoren aussuchen.
00:06:47: Und ansonsten kümmere ich mich um die besagten Querschnittsaufgaben.
00:06:50: und dass die gesamte Firma des Gesamtes Schiff fahren kann auf Kurs ist.
00:06:56: Und ich kümmere mich in so einer unternehmerischen Perspektive mehr auch darum, wo soll sich eigentlich das ganze Unternehmen hinentwickeln und zwar in all den Bereichen die nicht unmittelbar mit der Kunst zu tun haben.
00:07:05: Denn darum wie gesagt kümmer ich mich nicht.
00:07:06: aber dann geht es natürlich um Digitalisierung.
00:07:11: was sind die neuen Vertriebswege die wir ausprobieren wollen etc...
00:07:14: Wie sieht das jetzt beispielsweise beim Publikum aus?
00:07:17: Da kauft jemand eine Karte, im Prinzip für das DSO oder RSB erlandet ohne das zu merken bei der ROC sozusagen im zentralen Ticketing.
00:07:27: Aber wie spielt es dann zusammen wenn jeder einzelne Klangkörper sein eigenes Ding macht also seine eigenen Konzerte rein, ein Chefdirigent und so weiter, unser ganzen Betrieb autonom macht und dass Ticketing aber bei euch zusammenläuft, aber normalerweise Marketing ja auch so eine Schnittstellenaufgabe ist zwischen Ticketing und künstlerischer Ausführung.
00:07:47: Also wie muss man sich das vorstellen, dass es dann wirklich auch zusammengreift?
00:07:52: Genauso wie anderen Orts in Holding-Gesellschaften im gewerblichen Bereich auch.
00:07:55: also wir stellen nur die Ressourcen zur Verfügung sagen wir mal einen CRM ein Customer Relationship Management System und andere Tools Und die Ensembles selber müssen bestimmen welche Eintrittskarten für welchen Ort und auch zu welchem Preis sie verkaufen.
00:08:10: Sie wissen schon, dass sie angehalten sind die Konzerte gut zu verkaufen.
00:08:13: das versteht sich von selbst.
00:08:14: Aber es macht jedes Ensemble alleine!
00:08:16: Dass wir Cross-Sales anbieten also sprich das ein Kunde eine Kundin vom RSB auch mal dann zum DSO geht Das ist möglich.
00:08:24: na klar ist das möglich.
00:08:26: aber das ist noch ne Frage der Zukunft dass wir das auch institutionalisieren.
00:08:29: Momentan nimmt man jedes Ensembl als eigenständig war in jeder Hinsicht auch das Marketing dann zb für die Veranstaltung das macht jedes ensemble für sich selber.
00:08:40: Gibt es da nicht die Energieeffekte?
00:08:43: Also was Nachfrage macht?
00:08:44: jetzt bei Plakat.
00:08:45: Es werden nach wie vor ja noch Plakate geklebt auch in Berlin für Veranstaltungen, das ist in Berlin sehr teuer anders als beispielsweise in Bamberg oder in Kuhburg.
00:08:54: aber man hat natürlich auch eine erhebliche Kernkonkurrenz hier in der Stadt.
00:08:58: also nicht nur Konzerthaus und Philharmoniker da kommen wir später noch drauf sondern eben mit kommerziellen und anderen Konzertanbietern.
00:09:04: dann sofern es ist gar nicht so einfach jetzt hier nochmal vier Klangkörper zu platzieren und es jedem einzelnen Klangkorber selbst überlassen.
00:09:12: Also gibt es eine gewisse Steuerungsfunktion dann doch?
00:09:15: Inhaltlich nicht, von den Ressourcen die wir zur Verfügung stellen schon.
00:09:19: also unsere Sambels sind natürlich gehalten die Ressorzen die sie für gewisse Werbezwecke nehmen mal Plakate oder auch was man heutzutage natürlich macht wenn man Internet Ads schaltet oder Google Ads schaltet etc.
00:09:32: solche Ressorten zu bündeln.
00:09:33: das heißt jedes Sambel kann zwar immer noch entscheiden ob Sie Plakaten drucken wollen und in welchem Umfang Aber wir werden uns eine gemeinsame Entdruckerei suchen oder einen gemeinsamen Agentur für digitale Werbezwecke, um das natürlich so effizient wie möglich zu halten.
00:09:46: Das sind Synergieeffekte die wir sozusagen im Hintergrund schon schalten.
00:09:49: Das ist auch das Ziel der ganzen Angelegenheit aber es wird nicht gleichgeschaltet.
00:09:53: also jedes Ensemble Marketing entscheidet selber und so nimmt man das ja auch ein Stadtbild wahr.
00:09:58: wollen wir für ein Konzert oder für unsere Markenbildung Plakate schalten im Großen oder Kleinstil etc... Das kann man beim Gang durch Berlin auch durchaus feststellen, dass das für hoch unterschiedlich
00:10:08: ist.
00:10:10: Ja, das stimmt.
00:10:12: Über die Beteiligung des Deutschlandradis und des RWB sind ja immerhin, wenn ich das richtig im Kopf habe, Seid ihr ja mit allen vier Klangkörpern medial auch sehr präsent und zwar nicht nur in Deutschland, sondern auch international?
00:10:27: Und Ihr habt er erstaunliche Reichweiten ermittelt.
00:10:29: Als ich diese Pressemeldung gesehen habe, dachte ich wow!
00:10:32: Das ist wirklich
00:10:32: krass.
00:10:33: Ja das ist tatsächlich krass und das hebt uns auch im Zusammenhang aus der Radio-Ensemble-Landschaft Deutschlands hervor.
00:10:41: Wir haben einfach gigantische Abrufzahlen europaweit und international.
00:10:46: Man muss sich das so vorstellen, Deutschlandradio zeichnet fast alle Konzerte auf, die wir in Berlin spielen und sendet sie dann auch im Radio.
00:10:54: Sei es live oder zeitversetzt!
00:10:56: Und der RWB macht das auch in einem kleineren Umfang.
00:11:00: aber diese Konzertaufzeichnung werden über die EBU.
00:11:02: Das ist die European Broadcasting Union, die sitzt in Genf ein Zusammenschluss aller europäische öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten weitergegeben und diese Rundfunkanstalten aus Europa oder dann auch international können sich quasi an diesen Aufnahmen bedienen und senden Sie auch
00:11:17: gerne.
00:11:18: Und auf diese Weise erreichen wir also sensationelle siebzehn Millionen Menschen pro Jahr allein in Deutschland, Österreich und der Schweiz.
00:11:26: Und mit jedem Konzert das wir aufzeichnen nochmal eins Komma fünf Millionen Menschen weltweit.
00:11:30: Also das ist eine dreistellige Million Zahl die wird er weltweit pro Jahr erreichen.
00:11:36: Das ist natürlich einzigartig innerhalb Europas.
00:11:42: Das sind die schieren Zahlen, aber aus den Zahlen lässt sich noch etwas anderes herauslesen.
00:11:47: Wenn man mal die meist gesendetsten Konzertaufzeichnungen des letzten Jahres anschaut und dann wird natürlich jede Hörerin und jeder Hörer unseres Podcasts wissen ja Wiener Neujahrskonzert der Philharmoniker ist auf Platz eins Die Last Night of the Promps von der BBC ist auf Platz drei und auf Platz zwei, man glaube es bitte, ist der Rias Kammerkohr mit seinem Weihnachtskonzert aus dem vergangenen Jahr.
00:12:09: Also sozusagen das meistgesendete populärste Radio-Ensemble aus Deutschland ist Der Rias Kammerkohr aus Berlin.
00:12:15: Das ist eine überraschende Nachricht!
00:12:18: Ja das macht auch mächtig stolz.
00:12:20: natürlich die Sängerinnen und Sänger in jedem Fall, das ist völlig klar ist aber auch Verpflichtung zugleich, darf man nicht vergessen.
00:12:26: Das jetzt sein auch Unterdruck.
00:12:27: Aber das wissen ja alle Sängeren Musiker was das bedeutet?
00:12:31: Die Klangkörper der ARD-Anstalten befinden sich ergegenwärtig in einer sehr tiefgreifenden Strukturdebatte und es gibt eine Arbeitsgruppe Der ARD.
00:12:40: die soll bis Ende des Jahrtausends sechsundzwanzig Ergebnisse über ich nenn's mal vorsichtig mögliche Synergiepotenziale vorlegen.
00:12:47: damit würde ich zwei Fragen verbinden nämlich erstens ist die ROC Davon unmittelbar betroffen.
00:12:53: Und zweite Frage, wie würdest du den politischen Rückhalt für die ROC derzeit einschätzen?
00:13:03: Die zwei Teile der Frage stehen natürlich in einem engen Zusammenhang.
00:13:07: Diese Arbeitsgruppe, die auf Wunsch der Länderministerpräsidenten eingerichtet wurde und die sie mit der Frage befassen soll – ich sage es mal jetzt mit meinen Worten brauchen wir all diese Radio-Ensembles in Deutschland?
00:13:18: – richtet sich natürlich primär an Ensemble, die fest in einer Landesrundfunkanstalt integriert sind.
00:13:29: Weil nämlich auch eine Unterfrage dieser Fragestellung der Ministerpräsidenten ist können nicht alle sich so organisieren wie die ROC das also nicht nur eine Landesrunde Anstalt bezahlt den Musikerinnen und Musikern sondern auch weitere Geldgeber.
00:13:43: Das ist natürlich aus der Genese, der Rundfunk Ensemble sehr nicht so ganz einfach und ich habe ja eingangs die Gründungsgeschichte der ROC geschildert.
00:13:50: Das war eine einmalige historische Situation.
00:13:53: das lässt sich nicht ohne weiteres auf München, Köln oder Frankfurt übertragen.
00:13:59: In dieser Arbeitsgemeinschaft sind wir unmittelbar natürlich nicht beteiligt, weil dort die ARD-Ansteigen unmittelbare beteilig sind.
00:14:05: Wir sind indirekt dort vertreten über den Hauptgesellschaft der Deutschlandradio und bringen uns natürlich auch in die Diskussion noch die Zielsetzung was wollen wieder eigentlich berichten?
00:14:14: denn da sind wir natürlich dabei die Relevanz und Bedeutung von Rundfunklangkörpern dort darzustellen.
00:14:20: Und das steht natürlich im unmittelbaren Zusammenhang mit deiner zweiten Frage wie sieht es im politischen Umfeld aus?
00:14:27: Der Vorteil unserer Konstruktion mit vier Gesellschaften ist natürlich, dass die Verantwortung auf vier paar Schultern ruht sozusagen.
00:14:36: Das macht es zwar für mich auch manchmal etwas komplizierter immer einen guten Kontakt zu den verantwortlichen Menschen zu halten.
00:14:42: Auf der anderen Seite sichert das aber ab weil sich keiner so ohne weiteres aus dieser Verantwortung entziehen kann Aber und das ist mir fast die wichtigere Aussage auch nicht entziehen will nicht nur aufgrund dieses finanziellen Vorteils, sondern weil diese Ensemble-Zichten vor allem in den letzten zehn, fünfzehn Jahren wahnsinnig gut entwickelt haben.
00:15:07: Ich spreche jetzt mit Chefdirigenten, wir haben gerade Kazuki Yamada für das DSO verpflichtet.
00:15:13: Vladimirovsky bleibt noch beim RSB, ich konnte ihn verlängern.
00:15:16: Wir haben Juval Weinberg aus Stuttgart jetzt für den Rundfunkkorb bekommen.
00:15:21: Ich arbeite gerade an dem Vertrag für einen neuen Chefdirigenten-Finerias Kammerkorb ab im Jahr.
00:15:28: und auch die Publikumsresonanz by the way, die also schon wieder gestiegen ist im vergangenen Jahr, wie der noch höher ist als in vorpandemischen Zeiten Das gibt uns künstlerisch irgendwie recht.
00:15:36: Und da sagen dann auch die Gesellschaftervertreter dieses Modus Dieses Strukturmodell ROTC, aber auch die künstlerische Leistung der künstlersche Output sind einwandfrei.
00:15:46: Das brauchen wir in dieser Stadt und das wollen wir auch in dieser statt.
00:15:49: also insofern erfreut sich dieses dieses Gebilde inklusive der der Leistungen die wir bringen.
00:15:54: er freut sich einer sehr guten Resonanz
00:15:59: Du hast es gerade angesprochen, Besucher, Nachfrage ist weiter gestiegen.
00:16:04: Was ja im Land Berlin mit den weiteren Konkurrenz-Enformels auch nochmal wirklich eine Herausforderung ist.
00:16:11: aber wie sieht das dann mit Abostrukturen aus?
00:16:14: Wird das auch von den einzelnen Klangkörpern gemeldet?
00:16:16: Das machen auf die Klangköper selber.
00:16:18: Das ist auch tatsächlich ein Unterschied zu den kommunalen und in der Bürgerschaft eher verwurzelten Konzerthausorchester und Berliner Philharmonikern.
00:16:28: Rundfunkorchester traditionell, auch in Gesamtdeutschland haben seltene so eine kommunale bürgerschaftliche Verbindung weil sie in erster Linie natürlich Rundfundorchester sind.
00:16:38: das heißt die Abonnentenzahlen sind immer etwas geringer gewesen und sind es auch heute noch.
00:16:43: Aber wir haben ja heutzutage im Zuge der Digitalisierung ungeahnte Möglichkeiten zu allen Menschen, die sich für Musik interessieren in Kontakt zu kommen.
00:16:51: Und auch alle Orchester oder ich spreche jetzt nun mal von der ROC unsere Abonnentenzahlen sind nach der Pandemie gesunken.
00:16:58: Aber ich habe eben schon gesagt, unsere Zuschauerzahlen oder Zuhörerzahlen, Besucherzahlen sind ja gestiegen.
00:17:04: Das heißt die Menschen binden sich nicht mehr mit einem Abonnement für ein ganzes Jahr sondern sie sind bereit sich Einzeltickets zu kaufen.
00:17:11: Die sind dann natürlich unter dem Strich teuer und sie tun das auch.
00:17:14: Das heisst wir haben mehr Zuschauern verdienen sogar mehr Geld damit.
00:17:17: also insofern ist Abonnements immer noch etwas was man braucht als Salop als Discountmodelle oder als Bindungsinstrument.
00:17:25: Aber wir sehen immer mehr, wie wichtig es ist, dass man die digitalen Ausspielungswege über Marketing und Vertrieb nutzt um mit Menschen in Kontakt zu kommen, die jetzt nicht eine enge Bindung zum Ensemble haben.
00:17:36: Ich sage mal so du hast wenn du eine.
00:17:38: ich sag mal wenn Vladimir Rofsky mit seinem RSB, ich sage mal Shostakovich Sipte macht dann gibt es in Berlin mindestens zehn tausend Menschen die sich dafür interessieren könnten Und manche kennen uns, manche nicht und so weit.
00:17:50: Das gibt unzählige Kriterien die dann eine Rolle spielen ob man diese Zuhörer in letztendlich einen Konzertzahl bekommt.
00:17:56: Diese Menschen zu erreichen ist auf postalischen Wege undenkbar heutzutage und wenn du wie früher den Spielplan an den Baumnagelstars nimmst heute doch kaum noch jemand war.
00:18:05: aber die digitalen Marketingwege wir kennen das alle als Konsumenten im Internet sind natürlich enorme Vorteile und diese Menschen auch heranzukommen, sei es über Social Media oder wenn wir eine E-Mail Adresse haben natürlich auch darüber.
00:18:21: Bei der Saisonvorstellung im Jahr die Rundfunk-Symphonieke Orchester Berlin wurde die Förderung durch Lottommittel für eine besondere Konzertreihe bekannt gegeben, die sich an Menschen mit Behinderungen wendet.
00:18:35: Und diese Reihe hat auch den Innovationsprester deutschen Orchesterstiftung gewonnen.
00:18:39: Welche Potenziale gibt es überhaupt für die ROC oder auch für die einzelnen Klangkörper zusätzliche Mittel einzuwerben?
00:18:49: Bei der Musikvermittlung ist es ein gutes Beispiel.
00:18:51: Wir haben hier in Berlin mit den gesamten ROC das größt und auch vielfältigste Musikvermittlungsangebot eben auch für besondere Zielgruppen, du hast angesprochen dass preisgekrönte Konzeptkonzert für alle des RSBs ein Beispiel dafür.
00:19:05: aber wie so häufig wenn Du Projekte auflegst die mit Fördermitteln von öffentlichen Institutionen initiiert werden kommt irgendwann der Punkt wo die öffentliche Mittel vielleicht nicht mehr dazu da sind Und man muss das selber verstetigen.
00:19:18: Und dann ist es natürlich häufig der Fall, dass Drittmittel akquiriert werden müssen und zwar aus privaten Quellen.
00:19:24: In diesem Fall ist es so, dass dieses Modell in der Evaluierung oder dieses Konzert für alle sehr gut abschnittt und ein heftiges Interesse sowohl bei den Menschen, die in das Konzern kommen oder sogar mitgestalten.
00:19:36: Da sind ja auch Menschen mit Beeinträchtigung dabei, die gestalten das Konzernt mit.
00:19:39: Bei dem RSB groß war, dass das irgendwie weitergeht Und als klar war die öffentliche Hand hat dafür keine gesonderten Mittel mehr zur Verfügung, ist das Management vom RSB auf die Suche gegangen und hat bei der Lotto-Stiftung Mittel beantragt.
00:19:53: Diese erhalten in einem nennenswerten Betrag so dass für den nächsten Jahre sogar dieses Modellprojekt aufrechterhalten werden kann.
00:19:59: Und das spielt eine sehr große Rolle und alle vier Ensembles sind da echt erfolgreich und aktiv, vor allem wenn es darum geht eben besondere Formate, besondere Konzerte eigentlich auf die Bühne zu stemmen.
00:20:11: Da Drittmittel zu akquirieren – das können sie sehr gut!
00:20:13: Und sind auch in dem Punkt der Erfolgreich, sowohl muss ich auch mal betonen nicht nur von öffentlichen Stellen oder öffentlicher Stiftung sondern eben auch aus privaten Quellen.
00:20:22: Die Lotto-Stiftung spielt eine Rolle die Ernstigen Stiftungen spielt einer Rolle beim Rundfunk-Core also da gibt es eine sehr gute Unterstützung.
00:20:29: Aber das ist dann Sache der einzelnen Clankhoppermanagement hier beim RSB beispielsweise.
00:20:36: Die Drittmittelbeantragung hat ja auch viel damit zu tun, dass man sich als Ensemble mit dem was man da tut und aus einer Spitzenposition präsentiert.
00:20:43: Und damit für den Sponsor, für den Drittmittellgeber irgendwo einordnet und eine Verbindung herstellen kann diese Einrichtungen die uns der Geld geben will das das auch in deren Image oder in deren Policy passt Und das können natürlich nur die Ensemble selber.
00:20:57: Die ROC ist da als Holding, ich sage mal eher ein hohler Vogel.
00:21:01: Das heißt wir können in der Hinsicht nicht so viel anbieten.
00:21:03: aber ich muss sagen ganz so ist es nicht.
00:21:06: Es gibt Dinge wie zum Beispiel die Digitalisierung Strategie wo wir ja zB für die beiden Köhre die iPads als Notenleseinstrument eingeführt haben wo wir dann einen Sponsor finden, FitLock in dem Fall die solche Ständer herstellen für iPads.
00:21:20: So dass unsere Chöre auf der Bühne jetzt Notenstände für die iPads haben.
00:21:24: Das heißt in diesem Bereich ist es tatsächlich möglich auch Sachsponsoring zu finden das über die ROC geht oder wir verhandeln gerade mit einem neuen Fundraising Konzept, das wir entwickelt haben mit einem großen ja sehr bekannten Logistik-Dienstleister in Deutschland dass sowohl auf Tornäen als auch in Berlin zum Beispiel Logistik-Transporter, da haben wir doch einiges von diesem Sponsor, von diesen Logistikanbieter
00:21:47: gemacht werden.
00:21:50: Jeder der vier Klangkörper hat ja einen eigenen Kreis von Freunden und Förderern.
00:21:55: Wie wichtig sind diese Unterstützer in der Praxis?
00:22:00: Die sind wahnsinnig wichtig, wenn es um das Lobby hingeht.
00:22:03: Also wenn diese Menschen mit ihrer Begeisterung für das jeweilige Ensemble das natürlich rum erzählen in ihren Freundes- und bekannten Kreisen aber natürlich auch im vorpolitischen oder politischen Raum also wenn ich vorhin gesagt habe Rundfunk Ensembles sind der Bürgerschaft häufig ein wenig ferner als ist vielleicht die echten bürgerlichen Orchester sind heißt es aber trotzdem dass es natürlich eine Verbindung gibt.
00:22:23: Diese Verbindungen stellen primär diese Fördervereine Freundeskreise her und das tun sie sehr erfolgreich.
00:22:29: Das DSO hat beispielsweise sogar ein sogenanntes Community-Orchester eingerichtet, wo die Freundeskreismitglieder so sie das möchten und können unter der Leitung eines professionellen Orchesterkollegen richtig Konzerte spielen.
00:22:40: Konzerte auffüllen miteinander musizieren Und Sie geben – das muss man auch sagen – Sie geben Geld.
00:22:45: Also unsere Fördervereine Es sind vor allem beim Rundfunk-Kur und beim DSO deutschen Symfonieorchester in Größenordnung Unterstützung geben können, dass große Projekte die sehr aufwendig sind und selbst mit Drittmitteln aus privater oder öffentlicher Hand eigentlich nicht zu stemmen wären.
00:23:01: Da bringen sie sich ein und realisieren sowas.
00:23:03: Das ist wirklich eine große Hilfe!
00:23:06: Wenn du jetzt auf alle vier Klangkörper schaust, was sind so die Highlights oder echte Alleinstellungsmerkmale?
00:23:12: Communityorchester hast du beim DSO eben schon angesprochen.
00:23:16: Aber ich denke da noch an das immer ausgebuchte Mitsehenkonzert des Rundfunkurs Berlin oder den jährlichen Symphonic Mob des DSO der ja auch inzwischen von weiteren Orchester übernommen worden ist?
00:23:27: Was sind also aus deiner Perspektive echte USPs, also unique selling points oder echter Highlights diese da in den letzten zehn bis fünfzehn Jahren entwickelt haben?
00:23:38: Also wenn wir auf diesen sogenannten Musikvermittlungsbereich kommen, wobei ich häufiger jetzt sage das ist nicht mehr Vermittlung.
00:23:44: Das klingt so akademisch sondern sage dass es Teil unseres Angebots Portfolios für fast alle Menschen ist.
00:23:50: etwas dabei.
00:23:51: aber bei der Musik vermittlungen hast du sie gerade schon genannt.
00:23:53: Der Symphonic Mob ist natürlich ein Bestseller.
00:23:56: wenn man so will wird über regional gefragt Das Midsingkonzert, Interaktion wo Menschen mit dem Rundfunkchor und einem Orchester in der Philharmonie ein großes Werk aufführen können.
00:24:06: Aber wichtig ist zum Beispiel auch das Projekt singen wird des Rundfundchors dass jetzt auch von der Ernstigen Stiftung gefördert wird.
00:24:12: seit Jahren schon es läuft sehr lange gehen werden Lehrerinnen und Lehrer an den allgemeinbildenden Schulen von unseren Leuten und Musikpädagogen ausgebildet dass sie wieder singen mit den Kindern in der Schule Und dann wird auch mit den Kindern gesungen und das Ganze wird noch einmal im Jahr zum entsprechenden Happening zusammengeführt.
00:24:30: Das ist eine derartig von den verantwortlichen Politikern sehr wertgeschätzte Formen von schulischer Basisarbeit, die ist mittlerweile absolut relevant im Angebotsportfolio wenn ich in der Sprache verbleiben darf vom Rundfunker.
00:24:47: Das Interessante ist dass das deutsche Symphonieorchester gerade programmatischen Schwerpunkten, die sie gewählt haben natürlich eine ganz interessante Position eingenommen hat.
00:24:57: Sie haben vor zwei Jahren meine Spielzeit lang gesagt kein Konzert ohne Komponist hin.
00:25:02: Man kann sich das in der heutigen aufgerichteten Welt durchaus vorstellen dass es dann natürlich so einige Erregungspotenziale in den öffentlichen Social Medias gab.
00:25:11: Gleichwohl die internationale Presse bis hin zur New York Times hat sich das nochmal genauer angeschaut und auch entsprechend besprochen was davon zu halten ist von dieser Idee.
00:25:21: Und dieses Orchester, das sich auch unter dem Orchester für Demokratie-Label anschickt, dort Statements zu setzen macht diese Spielzeit komponisten aus der Afrodiaspora.
00:25:34: Sprich composing wild black farbige schwarze Komponistinnen und Kompонisten deren Stücke und zwar auch kuratiert von farbigen und schwarzen Musikwissenschaftlern in dieser Spielzeit aufgeführt werden.
00:25:45: also da findet man Highlights der anderen ich sag mal politischen, nicht parteipolitischen.
00:25:50: Aber der politische Art während des Rundfunk-Symphonieorchester zum Beispiel mit Vladimir Jurovsky eine sehr klassische Programmierung verfolgt aber eben auch in der Lage ist sich dann auf großes symphonisches Reportage Neuzeit zu konzentrieren und damit wiederum in der Stadt eine programmatische Lücke zu füllen die auf jeden Fall auch in einer großen Stadt wie Berlin natürlich vorhanden ist.
00:26:16: Und der Rundfund Chor spielt mit den Berliner Philharmonikern klassischerweise, mit unseren beiden Orchestern auch und macht viele Akapella-Produktionen in der Stadt.
00:26:25: Auch der durchaus ungewöhnlichen Art im Heimathafen Neukölln beispielsweise ein Akappella mit moderner Musik und Interaktion und Moderation zu bestimmten Themen.
00:26:35: Und der Rias Kamakor ist natürlich hauptsächlich unterwegs in Sachen frühe Musik und neue Musik auch.
00:26:42: Es fiel in Europa auf Tournee Und hat auch hier in Berlin natürlich dann Programmformate im Angebot, die reichen von Barockmusik gemeinsam mit der Akademie für alte Musik bis hin wie jetzt letzten Freitag am achten Mai.
00:27:00: Wir am achte Mai das das Konzert mit neuer und alter Musik im Kraftwerk hier in berlin
00:27:08: Die ROC hat ja keinen zentralen Ort an dem Verwaltung und alle vier Klangkörper zusammensetzen.
00:27:13: Es gab ja mal in der Vergangenheit auch Pläne dafür, die Probenorte sind weit über die Stadt verteilt und die Aufführung der Orchester zumindest finden meist im Konzert aus in der Philharmonie oder am Haus des Rundfunkstatt.
00:27:24: Wie schafft man es da in Konkurrenz zum Konzertosorchester?
00:27:27: Und in Konkurenz zu den Berliner Philharmonegern öffentliche Aufmerksamkeit auf sich zu
00:27:31: ziehen.
00:27:33: Das ist nicht so ganz leicht.
00:27:36: Es ist ein gesunder Wettbewerb, eine kompetitive Situation die natürlich auch anstattelt und motiviert das eigene Haus nicht zu haben ist ein Problem weil wir natürlich... Und es ist auch nachvollziehbar sowohl in der Philharmonie wie im Konzerthaus immer erstmal die Termine am Ende bekommen die die eigenen Orchester nicht wollen.
00:27:55: Die Frage ist dann, was macht man an diesen Terminen und wie geht man damit um?
00:27:58: Ein Dienstachtstermin im Konzerthaus ist vielleicht nicht ganz so leicht zu bespielen.
00:28:02: wir ein Sonntagstermine in der Philharmonie.
00:28:04: Und da haben aber weil das ja auch schon immer so war unsere Ensemble Managements und unser Marketing Leute ein ganz gutes Gespür dafür dass das hinzukriegen, dass die Menschen darauf aufmerksam werden.
00:28:15: Das schaffen wir tatsächlich nur über die beschriebenen Wege des Marketing und des Vertriebs da die Menschen drauf hinzuweisen, dass sie dort sind.
00:28:22: Es ist mit den verschiedenen Standorten natürlich, ich sag mal sowohl betriebsökologisch als auch arbeitsökonomisch Unsinn.
00:28:27: Und ein Traum von mir und ähnlich wie die Strategie, die ich mal entwickelt habe zur digitalen Entwicklung der ROC, die wir jetzt schrittweise umsetzen, ist es für mich noch ein Ziel diesen gemeinsamen Standort in Berlin für unsere vier Ensemble zu entwickeln.
00:28:41: Es wird sicherlich kein weiterer Konzertort sein.
00:28:44: dafür sind die Ressourcen in Berlin nicht da.
00:28:47: Also davon träume ich erst mal noch nicht.
00:28:49: Aber ein Ort zu entwickeln, wo die vier Ensembles arbeiten können und den wir dann auch... Und das ist schon auch ein Traum als öffentlichen Ort gestalten worden, als dritten Ort.
00:28:58: Wo man sagt es sind nicht geschlossene Studie, wo sie jetzt da ihre Musik aufnehmen oder proben für das nächste Konzert in der Philharmonie sondern wo Menschen reinkommen können und gucken können und mitkriegen können Das wäre mir anliegen bei der Entwicklung eines solchen Standortes und das sollte uns auch gelingen.
00:29:12: Da bin ich doch recht zuversichtlich.
00:29:13: In der Perspektive so von Sieben bis zehn Jahren sollte es möglich sein.
00:29:19: Ja, da kommt ja noch was ganz Spannendes für Berlin nämlich ab zwei Tausend Zweiunddreißig die Schließung der Berliner Philharmonie für eine mehrjährige Renovierung.
00:29:26: Ausweichspielstätte muss gefunden werden.
00:29:29: vielleicht ist ja dieser Ausweihspielspätter dann mal irgendwann eure beste Spielstätte, who knows?
00:29:34: Das wäre ja immer ganz schön!
00:29:35: Du hast schon die EU die European Broadcasting Union angesprochen.
00:29:39: darüber bist du auch international vernetzt.
00:29:41: Was sind so aus deiner Perspektive aktuelle Metatrends oder Megatrend im internationalen oder europäischen Klassikbetrieb.
00:29:49: Was sind da so die Stichworte?
00:29:51: Geht es nur um Skills, oder mal halt von Strukturen?
00:29:54: Was treibt die KollegInnen in Europa
00:29:56: momentan?
00:29:57: Tatsächlich die Frage, die auch uns umtreibt was ist die Zukunft von den sogenannten Rundfunk- Ensembles?
00:30:02: Wir sprechen mittlerweile gerne von Medien-Ensembles.
00:30:05: Ich habe dafür die ROC eine Strategie entwickelt, die wir auch glücklicherweise nach und nach umsetzen können und die Fuß darauf, dass wir mit unseren Möglichkeiten das tun was die anderen in dieser Stadt nicht unbedingt können.
00:30:15: Und ich rede da nicht von Qualität!
00:30:17: Das ist eine gesunde Konkurrenz in der Stadt, das macht auch Spaß sondern wir zeichnen alle unsere Konzerte ja auf mit dem Rundfunk in sehr hoher Qualität und es ist unsere Aufgabe über diese Aufnahme an die Öffentlichkeit zu bekommen.
00:30:30: Mein Ziel ist es, vierzehntig Stunden sieben Tage die Woche erreichbar zu sein mit dem was wir machen für die Menschen Sowohl im Konzertzahl, als auch draußen an den Radioempfangsgeräten oder dann eben auch und demandübers Netz.
00:30:43: Und das möglichst barrierefrei auf das zugreifen zu können was sie ja schon mit ihren Rundfunkbeiträgen bezahlt haben.
00:30:50: Wir werden nicht eine Digital Concert Hall der Berliner Philharmonika kopieren, das ist ein High-End Produkt.
00:30:56: Sondern wir wollen die Mittel und Wege, die wir ohnehin schon haben und diese Infrastruktur, die als Rundfunk aus Hormels haben nutzen um die Musik zu den Menschen zu bringen also erreichbar für alle zu sein Und das durchaus auch mit der neuesten Technologie.
00:31:09: Das ist natürlich so dass es auch die Rundfang Anstalten ausprobieren.
00:31:12: ich sehe beim Radio France beispielsweise ganz erheblich in das immersive Hörerlebnis investieren, dass auch sicherlich dann auf dem Rundfunkwege irgendwann mal empfangbar sein wird.
00:31:23: Das heißt die Qualität des Radio-Ergebnisses soll besser werden.
00:31:28: ich sehe bei der BBC als aktuellen Trend, dass sie mit Medienpartnern aus dem anderen Bereich also mit Apple beispielsweise zusammenarbeiten um Konzertaufzeichnungen Preiswerten, aber nicht qualitativ schlechter.
00:31:42: Aber sehr preiswert in der Art und Weise möglich zu machen.
00:31:45: das BBC Symphony zum Beispiel bereitet einen Konzert vor dass sie mit sieben iPhones innerhalb des Orchester aufgebaut aufzeichnen wollen und damit eine YouTube-fähige Konzertaufzeichnung herstellen wollen.
00:31:54: also da werden auch Mittel und Wege aufgezeigt wie man zukünftig leicht Bild und Ton produzieren kann um eben besagte Zwecke zu erzielen, vierundzwanzig Stunden, sieben Tage die Woche erreichbar sein für die Menschen.
00:32:07: Das hört sich sehr spannend an.
00:32:08: Lass uns doch mal jetzt auf die Orchester in Deutschland schauen, du warst im Jahr für zwei bis drei Tage in Berlin treffen.
00:32:24: Was sind so deine aktuellen Eindrücke vom Orchester-Tag?
00:32:29: Wo drückt den meisten Orchester der Schuhe und was sind aktuelle Diskussionen?
00:32:35: Ja, dass das der Titel des Orchester Tages war ja Träumen weiter.
00:32:41: Im Sinne von wir träumen uns eine schöne Zukunft aber wir müssen natürlich auch daran arbeiten aber auch als Motivationshilfe für die Kolleginnen und Kollegen die jetzt vor Ort leider Krisensituation vornehmlich der finanziellen Art erleben Und bei der Gelegenheit des Orkestertages auch mal im Kollegenkreise austauschen können auch einmal ihren Kummer los werden können oder anderen auch Perspektiven geben was irgendwo vielleicht gut läuft und was man sich abgucken kann.
00:33:04: Klar ist eins, dass nicht nur die finanziellen Restriktionen, die alle irgendwo jetzt ja in Deutschland haben unabhängig davon ob Rundfunk- Ensemble oder Kommunales oder Landesensemble.
00:33:14: Ist sozusagen Tagesaktuell das Drückt und man muss sich in der Beziehung natürlich dann auch Veränderungen also Veränderungsprozesse einleiten ist ein altes Thema aber wird natürlich unter den gegebenen Voraussetzungen umso schwieriger.
00:33:26: denn eigentlich verändern tust du dich und Organisationen wenn du in einer guten Voraussetzung bist.
00:33:32: In der Krisensituation sich verändern zu müssen, das kann nicht so wirklich gelingen.
00:33:36: Gleichwohl ist nun mal die Situation.
00:33:38: aber die Vorträge, die wir hier hatten auch aus dem Bereich der Musikurschulen oder aus den Menschen, die Konsalting machen für Orchester beispielsweise und sie da beraten Das waren allerdings Perspektiven, die aufgezeigt wurden, die der ganz grundsätzlichen Art.
00:33:54: also ich will ein Beispiel nennen an Anna Kleblat hat einen Vortrag gehalten darüber, wie man die Gastgeberfunktionen als Orchester, wenn man ein Konzertabend gestaltet.
00:34:05: Die Gastgebergfunktion wirklich ernst nimmt und sich auch in der gewerblichen Wirtschaft zum Beispiel im schicken Restaurant mal abschaut.
00:34:11: Wie machen die das eigentlich?
00:34:12: Dass die Menschen, die kommen, sich wohlfühlen und nicht nur das Produkt genießen bei uns Musik beim Restaurantes Essen sondern auch dass drumherum genießen können und wie man sie perspektivisch darauf einstellt unabhängig von der finanziellen Situation solche Gastgeberrollen wirklich mal mit Leben zu füllen, um es den Menschen schönzumachen.
00:34:30: Also da findet in der jüngeren Generation der Orchestermanagerinnen durchaus ein Umdenken statt.
00:34:36: das merkt man schon dass da die Wille zur Veränderung auch zum Neudenken vorhanden ist und sehr motivierend vor dem Hintergrund der aktuellen doch eher traurigen Situation.
00:34:50: Da gibt es ja auch ein sehr schönes Buch von Will Guidara, nämlich die unvernünftige Gastfreundschaft.
00:34:57: auf Englisch unreasonable hospitality.
00:35:00: Also ein fantastisches Buch, was genau dieses Thema ja im Zusammenhang aus dem Restaurantbereich auch kommt mit aber auch anderen Bereichen nämlich der Kultur
00:35:10: gut abbildet.
00:35:11: Wir kommen
00:35:11: langsam auf die Zielgrade des Gesprächs und normalerweise frage ich hier immer nach einem Musiker oder Dirigentenwitz oder einer kleinen Geschäftsführer oder intendanten.
00:35:20: Anekdote hast du etwas überraschendes parat?
00:35:24: Oh Gott!
00:35:29: Wann hast du das letzte Mal Geige gespielt?
00:35:31: Das mache ich regelmäßig noch.
00:35:33: Mit meinem Streichquartett hier in Berlin treffen wir uns regelmäßig einmal im Monat und spielen was Auflicht, dann haben einfach Freude daran zu spielen.
00:35:41: Es macht sehr viel Spaß!
00:35:42: Spielst du denn erst oder zweite Geigen?
00:35:44: Wir wechseln es immer ab weil die andere Person, die da mit mir spielt ist auch verdammt gut
00:35:50: Okay, und was legt ihr so aufs Pult?
00:35:52: Alles, was euch vor die Flinte kommt.
00:35:53: Also Mozart-Bitur, es gibt ja auch streichquarteklassische Streichquarte, wo man sagt, Opus Maximum.
00:36:00: Ganz genau das ist die Diskussion.
00:36:01: du kennst das!
00:36:03: Nein nein wir legen uns gerne auf etwas gefällt und wenn wir an Grenzen stoßen, legen wir's auch gerne wieder auf dem Boden und spielen das nächste Stück.
00:36:08: also wir spielen natürlich Bodien oder Dvořák Wir spielen aber auch Mozart.
00:36:12: Was haben wir letztens noch gespielt?
00:36:14: Mendelssohn, Streichquartett.
00:36:15: Ganz wunderbar!
00:36:16: Also da haben wir sehr viel Spaß und fallen ja eben ohne Druck.
00:36:19: Wir haben die klare Regel, wir spielen nicht öffentlich, wir spielen nur für uns.
00:36:23: Einenfalls.
00:36:23: die Nachbarn dürfen das genießen aber ansonsten...
00:36:26: Auch kein Hauskonzert oder so dass ihr quasi nicht bleibt im Generalprobenstatus.
00:36:33: Ja gut zum guten Schluss was wünscht du dir als Geschäftsführer für die ROC in den kommenden ein bis zwei Jahren?
00:36:44: Ich wünsche mir einen baldigen Entscheid.
00:36:46: Ich sage es mal so trocken, wie es ist des Bundesverfassungsgerichtes zur Rundfunkbeitragserhöhung denn davon hängt unsere finanzielle Situation einfach einmal ab und das muss zügig geschehen ich hoffe bis zum Sommer damit wir an dem weiterarbeiten können.
00:36:57: was echt Freude macht muss ich sagen die unternehmerische Weiterentwicklung der ROC insgesamt mit den besprochenen Dingen aber auch weil wir die Voraussetzung für die Kunst aufrechterhalten können.
00:37:08: Die Kunst braucht natürlich Unterstützung in Form von Ressourcen und ich will die Leistungs- und Spielfähigkeit dieser ROC so, wie wir sie jetzt haben auf dem Top Niveau um jeden Preis erhalten.
00:37:17: Also von daher hoffe ich dass sich die Dinge in der Hinsicht primär mal positiv entwickeln.
00:37:24: Das war Klangvoll Gerhard Mertens im Gespräch mit an seinem Rose Geschäftsführer der ROC Berlin.
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