Andrea Tober: Kräfte bündeln an den Musikhochschulen
Shownotes
Die 24 deutschen Musikhochschulen stehen vor vielfältigen Herausforderungen: Einerseits sollen sie herausragenden Nachwuchs für einen breiten Musikmarkt ausbilden, andererseits werden ihnen Zuwendungen gekürzt. Als designierte Vorsitzende der Rektorenkonferenz der Musikhochschulen muss Andrea Tober die Interessen der Hochschulen bündeln und intensives Lobbying betreiben. Im Gespräch mit Gerald Mertens blickt sie auf die aktuelle Lage.
https://die-deutschen-musikhochschulen.de/die-rkm/
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Transkript anzeigen
00:00:00: Klangvoll aus dem Maschinenraum des Musikbetriebes.
00:00:09: Der Podcast von Gerhard Mertens und Shot Music.
00:00:23: Willkommen zu dieser Folge von Klang voll.
00:00:25: Ich bin Gerhard Merthens, Leitender Redakteur der Zeitschrift das Orchester.
00:00:29: Heute zu Gast ist Professor Andrea Tober.
00:00:33: Sie ist Rektorin der Hochschule für Musikkanz Eisler Berlin Und die signierte Vorsitzende der Rektorenkonferenz der Deutsche Musikhochschulen.
00:00:41: Hallo Andrea, schön dass wir miteinander in deinen Maschinenraum blicken können.
00:00:46: Ich freue mich auf unser Gespräch!
00:00:48: Vielen Dank für die Einladung.
00:00:50: ich bin gerne dabei.
00:00:51: heute danke
00:00:52: Ja.
00:00:53: in der kommenden guten halben Stunde wollen wir beide über die Musikausbildung und die Lage der Hochschulen sprechen, über politische und finanzielle Herausforderungen aber auch über die Perspektiven für junge Künstlerinnen und Künstlern auf dem Musikmarkt.
00:01:08: Andrea du stammst aus Herford Also Ost-Westfalen Lippe.
00:01:15: Ja, UVL.
00:01:16: Darauf legt man da sehr viel weg.
00:01:18: Du hast Flöte, Lehramt und Instrumenteil pädagogisch studiert.
00:01:22: An Schulen und Musikschulen gearbeitet mit Körnern und Orchestern auch mal solange Musik gespielt wie ich deinem Lebenslauf auf der Hochschulseite entnommen habe.
00:01:32: Du warst für die Musikvermittlung der Kölner Philharmonie zuständig und hast acht Jahre bis zum Jahr zwanzig die Education-Abteilung der Berliner Philharmoneger geleitet.
00:01:41: Und seit dem Wintersemester zweitausendundzehnzig vierundzwanzig bist du zunächst auf vier Jahre als Rektor der Hans-Eisler Hochschule gewählt.
00:01:51: Wie muss man sich deinen Arbeitsalltag als Rektoren in deinem Büro, in Berlin Mitte, in der Charlottenstraße direkt gegenüber vom Bühneingang des Konzerthauses Berlin vorstellen?
00:02:02: Wie sieht bei dir eine typische Arbeitswoche zwischen Gremiensitzung und Klassenabendin
00:02:08: aus?
00:02:09: Das Lustige ist es gibt gar keine typischer Arbeitswochen weil die erstaunlicherweise jede Woche anders aussieht, manchmal planungsvoll.
00:02:20: Meistens nicht geplant erst recht anders.
00:02:23: also die Herausforderung ist immer wieder Platz zu schaffen in den Kalendern um Gespräche die notwendig sind führen zu können und das ist im Grunde schon Kern meiner Arbeit.
00:02:35: ich spreche mit Menschen Tag ein Tag aus Stunden um Stunden in eins-zu-ein Situationen größeren Gesprächsrunden hier in meinem Büro am Tisch oder in Sitzungen.
00:02:49: Am Ende des Tages bin ich dann richtig leer gesprochen, dass ich dann fast froh bin wenn ich dann einfach mal an ein Konzert gehen kann und zuhören kann ohne das von mir erwartet wird etwas beitragen zu müssen außerzu applaudieren.
00:03:04: Das heißt ja viel moderieren vor allem Gespräche versuchen auf den Punkt zu bringen, immer wieder auch gerade in Gruppen so zu sortieren dass man am Ende doch auch Ergebnisse hat mit denen man weiterarbeiten kann.
00:03:22: Sprich wirklich Gruppen organisieren, Menschen zusammenbringen diskutieren abwägen.
00:03:30: das ist also ein absolut kommunikativer Job, den ich jetzt hier habe.
00:03:36: Da bist du ja durch Musikvermittlung dann sicherlich auch gestehlt ein wenig?
00:03:40: Nicht nur das und vor allem auch als Schulmusikerin die besten methodischen Voraussetzungen was Gesprächsführung betrifft, ich sag nur Lehrer zentriert oder Gruppen zentriert oder keine Ahnung.
00:03:55: Wochenpläne mit Arbeitsgruppen Planungen.
00:04:00: Das ist äußerst hilfreich um produktiv zu werden.
00:04:05: Das passt ja dann auch gut gleich zu deinen neuen zusätzlichen Aufgaben, du bist ja im Januar, mit überwältigen in der Mehrheit – so heißt es jedenfalls in der Pressemeldung – zur neuen Vorsitzenden-Direktorenkonferenz der vierundzwanzigdeutschen Musikhochschulen gewählt worden.
00:04:21: Diese Verantwortung und Arbeitszeit kommt jetzt also noch on top!
00:04:25: Was beinhaltet diese neue Aufgabe für dich?
00:04:30: Also das eine ist natürlich die Gruppe der RektorInnen und PräsidentInnen der Musikuchschulen zusammenzubringen, zu moderieren als Gruppe.
00:04:41: produktiv zu werden, Themen auch gemeinsam zu eruieren.
00:04:45: Das ist das eine, dass es quasi der Blick nach innen auch zusammenzuführen welche Themen wir gemeinsam haben wo wir auch gemeinsam agieren können oder uns zumindest austauschen können und uns gegenseitig den Rücken stärken können.
00:05:01: Gleichzeitig, und das ist dann eher so der Blick nach außen geht es natürlich darum Art zu repräsentieren die Belange und Interessen der Hochschule zu vertreten sichtbar zu sein.
00:05:11: Und auch Strategien zu entwickeln was Kommunikation betrifft dass wir auch im Verbund mit anderen Verbänden die Sache der Musik stark machen im Land.
00:05:22: Jede Musikhochschule hat ja andere Schwerpunkte und kämpft auch mit ihren eigenen Problemen, also eine kleine Hochschule in Trossingen, hat andere Probleme als eine große Hochschul in München, die ja auch noch ein großes Renovierungs- und Bauprojekt gerade stemmen muss.
00:05:36: Wie ist es zu schaffen für alle Hochschulen dennoch mit einer Stimme zu sprechen?
00:05:40: Also zukünftig mit deiner?
00:05:42: Also A, natürlich ist es eine Frage des Agenda Settings zu eruieren.
00:05:46: Was sind denn unsere Schnittmengen mit einer Stimme zu sprechen?
00:05:53: Der Weg dahin ist das Ziel tatsächlich.
00:05:54: Es ist viel Diskussion und viel Abstimmung wie man Dinge in welcher Tonalität man sie formuliert
00:06:03: um
00:06:04: möglichst alle Hochschulen dann auch damit zu repräsentieren.
00:06:07: und natürlich gibt es noch mal extremere Situationen oder eine verschärfte Tonlage in den einzelnen Bundesländern, wo nötig.
00:06:15: Und das gehört ja dazu.
00:06:17: als Vorsitzende bekannt und muss ich mich für einzelne Hochschulformationen in einzelnen Landesländer stark machen können wie zum Beispiel mein Der Vorsitzender jetzt, Christian Fischer sich ja auch wahnsinnig engagiert hatte als in Berlin dann die Kürzungswell oder Kürzensandrohung waren.
00:06:35: Da hat der RKM-Vorstand dann auch auf eine Briefe und Pamphlete geschrieben um uns zu unterstützen.
00:06:41: also das ist auch Teil der Möglichkeiten die er einen Vorstand noch hat.
00:06:49: Das wird jetzt auch nicht erstmal mit allen Vierundzwanzig hoch schon abgesprochen was jetzt genau gesagt wird.
00:06:54: Dieses Grundvertrauen gibt es dann ja schon.
00:06:57: Das ist ja ein Mandat, um auch sprechfähig zu sein.
00:07:00: Also ihr seid so gesehen ja eine Solidargemeinschaft der Hochschule?
00:07:03: Ja absolut!
00:07:04: Ja genau genauso ist es.
00:07:06: Hochschulfinanzierung ist ja die Ländersache in Deutschland.
00:07:09: das heißt jeder Rektor, jede Rektoren hängt an ihre Senaturen oder ihrem Landesminister dran.
00:07:15: Das gehört jetzt zum normalen Tagesgeschäft.
00:07:18: aber welches Gehör kann sich da eine bundesweite Rektorenkonferenz verschaffen zu den Grundsätzen von Musikhochschulfinanzierung zum Stand der Ausbildung, warum das wichtig ist usw.
00:07:31: Naja, ich meine das Thema Lehrbeauftragten thematisch.
00:07:34: Das Verlicht ja auf der Hand ist etwas was auf politischen Paket, auf Bundesebene entschieden wird aber auf Landesebene umgesetzt und auch finanziert werden muss.
00:07:44: Also du meinst das quasi Herrenbergurteil
00:07:47: des Bundessozialgerichts?
00:07:48: Genau!
00:07:48: Und ob Lehrbe Auftragte jetzt auch wie an Musikschulen oder auch an Musikurschulen in irgendeiner Form fest angestellt werden müssen wo man dann ja beim Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung dran hängt.
00:07:58: Das ist Danke für diese Erläuterung, genau in Kurzversuch.
00:08:03: Genau das ist gemeint damit, dass heißt wir müssen und können auf Bundesebene im Verbund mit anderen Akteuren natürlich auch die politischen Akteure versuchen Einfluss zu nehmen mit ihnen ins Gespräch zu gehen, auch aufmerksam zu machen was das für Konsequenzen hat.
00:08:20: Auf Länderebene und die Konseqenzen sind sehr unterschiedlich.
00:08:23: da gibt es Bundesländer mit Musikhochschulen für die eine Umsetzung des Urteils einfach dann auch die Existenz gefährdet.
00:08:31: in anderen Bundesländern ist das kein Problem oder kein signifikantes Problem sagen wir so.
00:08:37: von daher ist dann sozusagen die Auswirkungen sehr spezifisch aber ein Problem ist es für alle
00:08:44: Du hast das ja eben schon kurz angesprochen, also die Rektorenkonferenz bündelt die Kräfte von Vierundzwanzig Musikhochschulen.
00:08:50: Aber gibt es darüber hinaus auch Verbündete für eure Belangen?
00:08:53: Also den deutschen Musikrat oder deutsche Kulturrat oder andere, die da mit euch wenn's gut läuft an derselben Seite des Stranges ziehen?
00:09:02: Absolut genau!
00:09:03: Das ist Teil meines Meist Jobs als Vorsitzender des Vorstands, der RKM.
00:09:10: Genau diese Bündnis sind auch zu schließen und ähnlich wie mit den Musikusschulen in sich auch geht es darum auch gemeinsame Themen zu eruieren womöglich dann auch gemeinsames Standpunkte zu formulieren und dadurch auch viel mehr Schlagkraft zu gewinnen doch auch deutlich zu machen, dass wir eine enorme politische Kraft haben.
00:09:33: Sehr sehr vernetzt sind und einen starken Rückhalt haben in die Länder hinein auf ein Netzwerk bauen können was die Relevanz dessen was wir tun vielleicht doch nochmal deutlicher herausstellen kann.
00:09:49: Genau, dazu gehört deutscher Musikrat, deutscher Kulturrat natürlich.
00:09:53: Der Bundesverband Musikunterricht, Verband Deutscher Musikschulen und...
00:09:59: Also die einschlägigen Musikverbände, die dann auch in verschiedenen Bereichen Berührungs- und Schnittmengen mit euch haben?
00:10:08: Die Hochschule Hans Eisler wurde ja von der DDR in Ostberlin gegründet und feiert in diesem Semester ihren seventy-fünfzigsten Geburtstag.
00:10:16: Lass uns mal am Beispiel deiner Hochschulle auf die aktuelle Musikausbildung schauen, bleiben wir mal in den Instrumentalfächern also dort wo Instrumental Solistinnen oder auch der Orchester Nachwuchs herkommen.
00:10:28: Wie hat sich die Ausbildung verändert?
00:10:30: Also seit der Zeit wo du Flöte und Lehramt studiert hast in den neunziger Jahren zu heute?
00:10:36: Auf jeden Fall ist ins Bewusstsein der Institutionen und auch der Hauptfachlehrenden eingeträufelt, dass die Professionalisierung unserer Studierenden auch bedeutet sie fit zu machen für eine Berufslandschaft einen Arbeitsmarkt der sich wirklich verändert hat.
00:10:58: Die Anforderungen sind anders geworden.
00:11:02: Wenn man Orchestermanager fragt, was sie sich von ihren Orchestermusikern wünschen dann sind es neben natürlich ihrer künstlerischen Exzellenz aber auf jeden Fall auch kommunikative Fähigkeiten im Team zu arbeiten und sich zu engagieren für soziale Aktivitäten im Education-Bereich oder sich einbinden zu lassen in kommunikativen Maßnahmen um Publikum zu generieren.
00:11:30: Das gab es früher überhaupt nicht.
00:11:34: Das hat sich sehr stark verändert und ich merke, ich bin jetzt seit Jahrzehnt zwölf an meiner Hochschule als Professorin und genau für diese Themen ja eigentlich berufen.
00:11:46: Inzwischen muss ich nicht mehr so dicke Bretter bohren wie ich's Anfangs glaubte.
00:11:57: eine Notwendigkeit geworden und verstanden worden, dass es Teil auch unserer Verantwortung ist das mit oder diese Kompetenzen mitzuentwickeln und zu fördern in der Hochschule.
00:12:08: Das hat sich sehr geändert und natürlich der Arbeitsmarkt klang eben schon an.
00:12:15: er ist sehr viel internationaler geworden.
00:12:18: ein enormer Konkurrenzdruck auf mehr vielleicht auch mehr Unsicherheit größere Ängste, das heißt es braucht schon auch viel Mut diesen Sprung ins Berufsleben zu wagen.
00:12:36: Gleichzeitig sehe ich auch unsere Verantwortung als Hochschulen darin diesem jungen Menschen mutzumachen dass sie einen Weg finden werden und dass der vielleicht nicht linear ist und vielleicht nicht nur gerade in ein Orchester führt sondern auch in andere Existenzformen, die nicht weniger wertvoll sind.
00:12:54: und ich glaube da sind wir auch an einem Kern.
00:12:57: Ich glaube wir sind am Punkt angekommen wo es notwendig ist nicht so herablassend auf Musikschultätigkeit oder auf die Schulmusik zu blicken sondern im Kern zu verstehen.
00:13:10: uns geht es allen darum das was wir lieben weiter zu tragen.
00:13:14: in verschiedenen Tätigkeiten in verschiedenen Aktionsräumen ziehen alle an einem Strang.
00:13:21: Wir können alles dazu beitragen, dass das weitergetragen wird und es lebendig bleibt in unserer
00:13:27: Gesellschaft.".
00:13:28: Du hast eben schon den Begriff Exzellenz angesprochen der ja im Prinzip von jeder Musikhochschule in irgendeiner Art und Weise bemüht wird.
00:13:36: aber wie hat sich dieser Begriff nach deiner Verhandlung im Laufe der Jahre verändert?
00:13:42: Ja!
00:13:43: Mein Lieblingsthema, weil ich tatsächlich das auch immer als sehr kritisch beobachtet habe.
00:13:48: Immer so wie eine Art von Schutzschild, Exzellenz – wir sind einfach wahnsinnig exzellent!
00:13:54: Die Narrative sind natürlich dann Wettbewerbsgewinne, Führungspositionen, Orchester und so.
00:14:02: Das heißt es gibt eine Art Werung für Exzelenz.
00:14:05: Und ich glaube dass sich das oder ich beobachte, dass es sich mehr und mehr verändert.
00:14:10: Es ist auch andere Erfolge Erfolgswege, andere Karrierewege gibt, andere Narrative von Erfolg gibt und dann auch andere Formen von Exzellenz.
00:14:23: Ganz interessant!
00:14:23: Wir hatten auch innerhalb der Rektorenkonferenz der Musikhochschulen eine Debatte über unsere Wettbewerbe die wir ausrichten.
00:14:30: Wir haben ein Schulmusikwettbewerk also Musikpädagogisch-Wetbewerb für die exzellente Ausbildung im Instrumentalbereich, in der künstlerischen Ausbildung und ein Debütwettbewerb.
00:14:42: So ist der Name für Konzerthormate letztlich.
00:14:45: Und es wurde beklagt dass sie das die künstlische Qualität nicht durchgängig gegeben war wo ich auch denke naja Die Exzellenz zeigt sich vielleicht auch etwas anderes in einem etwas anderem Nicht vielleicht nur in der instrumentalen Exzellent sondern auch in der Exzelenz oder Kreativität, Exzellenz in der Kreativity.
00:15:07: Das sind einfach neue Währungen, neue Indikatoren, neue Kriterien die wir glaube ich in den Hochschulen wirklich noch weiterentwickeln müssen und uns selbst da auch befragen müssen wie wir das denn dann auch künstlerisch bewerten?
00:15:25: zur Exzellenz gehört ja auch ein Stück weit Exklusivität.
00:15:28: Also Musikhochschulen sind exklusives, ich komme da nur rein mit einer Aufnahmeprüfung und die Musikbranche von Konzerthäusern und Orchestern aus Hornbils wird aber immer mehr inklusiv das heißt sie öffnet sich immermehr für eine diversere Gesellschaft.
00:15:43: also auf der einen Seite die Exklusive dieses Ausbildungsgang ist Ich muss super gut schon sein um überhaupt die Aufnahme Prüfungen zu gewinnen Und auf der anderen Seite die steigende Inklusivität der Musikpraxis.
00:15:54: Das ist ja auch ein Spannungsfeld, für diejenigen, die das dann als Studierende machen.
00:16:00: und wie bewertest du diese Spannung?
00:16:02: Also du hast es teilweise eben schon mal so angesprochen dass es eben auch andere Währungen gibt.
00:16:06: aber wenn man das nochmal so oft diese exklusiv und inklusiv nachher in der Brustpraxis zuspitzt.
00:16:14: Sagen wir so ich glaube das eine darf das andere nicht ausschließen.
00:16:17: Ich glaube, wir brauchen tatsächlich nach wie vor und wollen Sie auch die Exzellenz dieser Perfektion, diese wahnsinnigen Talente an den Instrumenten.
00:16:27: Das gibt es ja!
00:16:29: Und wir müssen's auch fördern – das ist ja da!
00:16:32: Das heißt, wir brauchen auch einen Nährboden dafür.
00:16:34: Wir brauchen auch ein Stück weit ... Ich sag das jetzt mal so den Wettbewerb als Ansporn.
00:16:40: Wir kennen das.
00:16:41: Hast du mal in einem Ensemble gespielt und du bist alleine die Beste im Ensemble?
00:16:45: Irgendwann wird es langweilig!
00:16:46: Du brauchst ja auch ... Du weißt nicht... Ein schwieriles Umfeld, indem du noch mehr entdeckst, herausgefordert wirst.
00:16:55: Diese Exklusivität Die brauchen wir auch, um diese Sogwirkung herzustellen.
00:16:59: Es ist ja nicht nur Druck sondern auch Sog!
00:17:01: Wir wollen ja auch... dass die Leute sich weiter bewegen noch mehr entdecken, sich auch komplexen Repertoire zu wenden und nicht vorher irgendwie aufgeben weil es irgendwie zu schwer ist sondern da wirklich angefixt sind und begeistert sind so das andere ist.
00:17:22: natürlich werden auch solche Musiker sich mit einem inklusiven Publikum befassen müssen, wollen sollen.
00:17:34: Das heißt auch Sie wollen wir gerne in unseren Hochschulen ja auch bewusst machen dafür dass sie auf ein eine Gesellschaft treffen, die sehr divers ist.
00:17:46: Sehr inklusiv dass sie Konzerthäuser sich öffnen werden und sie vielleicht auch einfach mit einem nicht trainierten Publikum konfrontiert sein werden.
00:17:55: das heißt auch da geht es darum das was Sie tun zu vermitteln an ein Publikuum das vielleicht ganz andere Voraussetzungen mitbringt als sie sich das selber so vordenken oder erlebt haben.
00:18:07: Das ist Teil der Ausbildung auch Schulen, dass diese jungen Musikerinnen auch umgehen können in einer künstlerischen Praxis mit inklusiven Formaten.
00:18:26: Ja eben auch damit umgehen kann mit Personen die kein Instrument beherrschen können sie einzubinden musikalisch Let's say, mit Body-Pacashen oder so.
00:18:38: Um wirklich Formate zu entwickeln, zu inkludieren gemeinsam etwas zu tun und nicht nur konfrontativ in der Schuhschachtel Konzerte zu spielen sondern auch zu entdecken was man machen kann.
00:18:51: und das fängt aber auch bei ihnen selber an.
00:18:55: Das heißt unsere Studierenden gerade in der künstlerischen Ausbildung die kommen ja aus einer Biografie, die sehr fokussiert ist auf ihr Instrument.
00:19:07: In völliger Hingabe, Begeisterung und Leidenschaft.
00:19:10: auch Sie werden innerhalb Ihres Studiums erst entdecken müssen wie das überhaupt geht Musik machen mit Instrumenten, die sie nicht können.
00:19:19: Toll!
00:19:21: Weg von diesem Perfektionsgedanken hin zu einer Musicalisierung, die aus so ner Basis stattfindet.
00:19:28: Sagen wir mal dass es eine elementare Musikpädagogik letztlich auch Schulen müssen.
00:19:35: Also Musikschulen, im Musikhochschulen sorry, Musikschule aber Musikhochschulen sind ja Orte der Verdichtung von Talent, Ehrgeiz, Konkurrenz und Höchstleistungen?
00:19:45: Wie viel Raum bleibt da noch für Zweifel oder gar für Fehler?
00:19:49: tolerant?
00:19:50: Je nachdem wie du fragst.
00:19:53: manche unserer Professoren würden vielleicht noch immer sagen Wenn du einen Plan B allein nur denkst, kannst du einen packen.
00:20:03: Dann bist du schon raus!
00:20:04: Wenn du nicht All-in gibst und nicht komplett alternativ los nur das eine willst dann kannst du dem Platz eigentlich auch räumen für jemand der das so All in möchte.
00:20:21: Manche sehen es gibt die andere Facette lehren.
00:20:26: oder die Künstlerpersönlichkeiten, die an den Hochschulen unterrichten und etwas weitergeben.
00:20:30: Dieses anders erlebt haben, anders wahrnehmen noch ein anderes fördern.
00:20:35: Die sagen probier dich aus, schau was dich noch interessiert auch... Wir wollen eine Künstlerpersönlichkeit auf der Bühne haben, die auch mehr ist als nur ein perfekter Instrumentalist.
00:20:49: Wir wollen einen Menschen haben, der was gesehen hat erlebt hat sich für Dinge interessiert, auch jenseits dessen, was er da gerade als Interpret auf der bühne vorträgt.
00:21:01: Es ist ein anderer Ansatz sozusagen so ein ganzheitlicher Ansatz, der die Welt inkludiert Und der andere Ansatz ist Abschottung, Fokus, All-in, Isolation.
00:21:20: Alles was dazwischen gibt es auch.
00:21:22: Diese beiden extremen Positionen gibt es.
00:21:25: Es ist nicht mal nur eine Frage der Generation stelle ich fest.
00:21:30: Das ist keine Altersfrage.
00:21:32: Sondern das hat auch etwas mit einer Entwicklung, einer biografischen Erfahrung zu tun, den eigenen Weg, den man gegangen ist.
00:21:41: Ja so und da ist ganz viel Platz für viele Zweifel.
00:21:47: Manche können das adressieren bei ihren Hauptfachlehrenden.
00:21:50: Manche wagen es nicht, könnten es aber manche sollten es nicht tun.
00:21:54: und tust trotzdem oder so.
00:21:55: von daher gibt es wahnsinnig viele Beratungsstellen innerhalb der Hochschulstrukturen die das begleiten.
00:22:03: Es gibt wirklich viele Möglichkeiten Unterstützung zu suchen.
00:22:08: Wir haben beispielsweise ein Vertrauensteam, eine gewählte Vertreter aus allen Statusgruppen mit denen man sich besprechen kann wenn man merkt ich trau mich nicht meinem Prof zu sagen dass ich doch nicht ins Orchester will und mehr Fahrt rausnehmen will weil dann setzt er mich an die Luft.
00:22:27: also solche Ängste kannst du ja geben und dann entwickelt man gemeinsam Strategien wie wie man einen Weg finden kann.
00:22:37: Und ja, wir wissen alle.
00:22:39: Das Leben ist nicht linear, ehrlich gesagt.
00:22:43: Man isst als junger Mensch wirklich noch auch in einer Findungsphase und das ist absolut legitim!
00:22:49: Nichts anderes finde ich darf man auch mitgeben und seit ich an der Hochschule auch unterrichte, ist dass mein Credo bis Trauer.
00:22:59: auch allen die behaupten sie wissen wie es funktioniert Es gibt kein Rezept für Erfolg, kein Rezip für die steile Karriere.
00:23:10: Es ist so individuell, es ist so geprägt von Zufällen, von günstigen Begegnungen.
00:23:17: oder wie viele Karrieren sind entstanden, weil man irgendwo einspringen musste.
00:23:21: Das kann man nicht planen!
00:23:23: Ja das passiert und es geht darum Chancen auch zu erkennen oder sich auch anzubieten, wie auch immer man das leben kann Und das ist eine Entscheidung, die man selber treffen
00:23:35: muss.
00:23:37: Die Hochschulen oder fast alle Hochschule haben ja in den vergangenen Jahren so etwas wie Career Center entwickelt?
00:23:43: Wie sieht das bei euch an der Hochschulaus?
00:23:45: Das ist quasi sowas wie eine Beratung weitestgehend im Masterstudium dann einfach auch noch zusätzliche Orientierung zu geben.
00:23:53: Wie schaut es bei euch aus?
00:23:54: ganz hunkelt?
00:23:56: Tatsächlich werden wir Center gründen, allerdings ein Health- und Careercenter.
00:24:02: Das heißt eher ein ganzheitlicher Ansatz wo das eine in das andere greift.
00:24:08: was wir schon seit spätestens zwei tausend zehn meine ich habe das ist dass diese Karriere Themen in unser reguläres Korrikulum eingebunden sind.
00:24:19: Also nicht Beratung add on und top irgendwo mal hingehen und sich Beratungsstunden abholen zum Thema Karriere, sondern das ist Teil des Lehrplans.
00:24:30: Es ist im Bachelor direkt angesiedelt als Pflichtfach Im zweiten Teil des Bachelors im Wahlpflichtbereich im Master sowieso kann man das anwählen, das was wir im Portfolio haben und dann entsprechend auch als Studienleistung anerkennen.
00:24:50: Das ist etwas anders als andere Konzepte in anderen Hochschulen.
00:24:53: Wir haben es tatsächlich sehr stark integriert mit Musikphysiologie, Musikermedizin, Musikergesundheit im Allgemeinen.
00:25:00: Das sind schon relativ lange integrierte Studienpläne aber nicht so sichtbar nach außen gewesen!
00:25:09: Bislang.
00:25:10: Also wenn man bei uns auf der Webseite trüffeln will, dann findet man irgendwo mal Begriffe aber das heißt nicht dass es nicht stattfindet.
00:25:17: Es ist bloß so stark integriert in die Lehrpläne, dass man das jetzt nicht ins Schaufenster gestellt hat.
00:25:24: Das werden wir ein bisschen ändern weil wir merken... Wir brauchen doch noch stärkere Präsenz und Anlaufstellen bei aller Veränderung vielleicht auch der Studierendenschaft, die wir haben.
00:25:43: Manchen fällt das nicht erst am Ende des Studiums auf, dass sie viele Angebote hätten wahrnehmen können.
00:25:52: Wieso ist?
00:25:53: Wie viel ausländische Studierende also EU Ausländer bzw.
00:25:58: Nicht-EU Auslände habt ihr in der
00:26:00: Hochschule?
00:26:02: Wir haben einen Internationalisierungsgrad von etwa seventy-two Prozent.
00:26:08: Wir haben keine Statistik, zumindest keine aktuelle.
00:26:12: Ich weiß die Verhältnisse nicht mehr was EU und Nicht-EU betrifft aber tatsächlich sind wir sehr international hat auch damit zu tun dass meine Hochschule nur die künstlerische Ausbildung anbietet und keine pädagogischen, instrumentalpädagogische Studienfächer.
00:26:32: Das würde dann sicherlich noch mal anders aussehen.
00:26:35: Wir haben dadurch, dass wir Orchester-Instrumente gesang für Musiktheater usw.
00:26:40: ausbilden.
00:26:41: Komposition einfach sehr ein breites Spreck drum sind also attraktiv eben auch für die internationalen Studierenden.
00:26:50: Ihr habt jetzt gerade den fünfundsevizisten Geburtstag der Hochschule.
00:26:53: welches Feedback bekommst du von Volumni, also euren Ehemaligen wie sie die Eisler Ausbildung für ihren Beruf geprägt hat.
00:27:02: Weil das ist ja auch so ein wesentliches Merkmal, wie ehemalige zu ihrer Hochschule stehen und vielleicht auch zu ihr sprechen oder als Lehrende dann wieder zurückkommen.
00:27:14: Netterweise oder fataler oder dramatischer Weise konnte ich das ein bisschen austesten, als wir in den Kürzungen im Land Berlin konfrontiert waren.
00:27:25: Wir haben eine Kampagne gestartet um dagegen anzugehen und haben ganz viele Alumni angefragt ob sie So nett wären uns ein paar Zahlen zu schicken, sodass wir das im Social Media-Welten nutzen können.
00:27:42: Und da kam eine wahnsinnige Resonanz.
00:27:45: und wirklich so positiv, so warmherzig... Man spürt doch die Verbindung nach wie vor da ist auch wenn sie gar nicht permanent beleben oder aufrechterhalten oder irgendwie pflegen würden, aber die Verbindung und auch die ich sage doch mal Dankbarkeit gegenüber der Hochschule ist enorm.
00:28:13: Die bezieht sich in der Regel aber auf die Lehrende, auf die Hauptfachlehrkraft muss man sagen das ist die aller aller wichtigste Bezugspersonen.
00:28:23: daran hängt alles und klar versuchen wir an der Hochschool einen Umfeld zu kreieren, eine Atmosphäre herzustellen.
00:28:33: Die es möglich macht dass das unsere Hochschule die weltbeste Hochschulle ist und mit den tollsten Ergebnissen und alle fühlen sich wohl alles ist transparent.
00:28:44: klar das gelingt nicht immer.
00:28:45: Es ist auch nur eine Hochschuhe.
00:28:48: Es ist immer wo Menschen zusammenkommen immer nicht ganz einfach.
00:28:53: Es gibt auch Konflikte und so.
00:28:55: Und manchmal gelingt auch ein leerlernte Verhältnis nicht immer, aber auch da hat sich ja doch sehr viel bewegt in den letzten Jahren dass sowas wie einen Lehrkraftwechsel viel einfacher geworden ist ohne... großen Drama oder Gesichtsverlust.
00:29:12: Es ist normal, dass man vielleicht sich auch nach einer Weile nicht mehr so viel zu geben hat gegenseitig und man irgendwie eine andere Ansprache braucht oder eine andere Sichtweise, eine künstlerische... Ich glaube das wird sich mehr und mehr in diese Richtung entwickeln, dass der Tausch der Studierende unter innerhalb des Collegiums einfach konstruktiv positiv gesehen wird.
00:29:39: Deine Hochschule in zehn Jahren.
00:29:41: Was hat sich bis dahin idealerweise verändert?
00:29:47: Idealerweise!
00:29:48: Also wirklich mal eine Vision, wenn du sagst wir sind jetzt in zwei sechsundzwanzig, zweitausendsechsunddreißig in zehn jahren Hochschulausbildung an der Hans-Eisler in Berlin und du weißt ja woran du gerade arbeitest und in zehn Wirklich erreicht, weil wir uns dafür eben heute engagieren und es braucht eine gewisse Zeit bis man sowas dann auch wirklich in der Praxis umgesetzt hat.
00:30:16: Das ist ein großer Tanker so einer Hochschule, weil das eben auch vom Leokörper abhängt und von vielen Faktoren.
00:30:22: aber was ist deine Vision in zehn Jahren?
00:30:28: Ich glaube, dass ist vergleichbar mit einem Phänomen, Firmen auch kennen oder Institutionen kennen, dass es eine Art von Silo-Denken gab.
00:30:39: Silo arbeiten in behördlichen Strukturen.
00:30:41: Da gab's den Vorsitzenden und dann die Sachbearbeiter.
00:30:44: Man dachte von A nach B Und dann wird die Babbe übergeben, dann ist ein anderes Ressort zuständig.
00:30:52: So weiter hat man nicht gedacht.
00:30:55: Das ändert sich auch In der Arbeitswelt.
00:31:03: normal sage ich jetzt mal, normalen Arbeitswelt in der künstlerischen Arbeit aber genauso glaube ich.
00:31:10: Mein Ziel meine Vision ist dass wir wirklich miteinander konstruktiv ein Studierenden begleiten und gucken was braucht er an welcher Stelle?
00:31:21: wer kann ihm jetzt weiter helfen?
00:31:23: das bedeutet Teamarbeit von sowohl Verwaltung als auch von den Lehren innerhalb des Kollegiums, innerhalb der Fächer zwischen den Fächern.
00:31:33: Also eine viel stärkere Zusammenarbeit ein kollegiales Miteinander.
00:31:39: Es ist an manchen Stellen immer noch Tür zu.
00:31:42: ich mache mal in Einzelunterricht komme und gehe da bin ich dran das zu verändern Und einen Bewusstsein dafür zu kreieren dass wir auch an einer Hochschule in einem demokratischen System leben, wo jeder zählt.
00:31:59: Es hängt an uns wie wir miteinander arbeiten – ob wir zufrieden sind oder wie die Studierenden zufriedenzufrieden sind, wie transparent wir sind und wie wir zur Entscheidung kommen nach welchen Kriterien.
00:32:14: Sprich das ist meine große Vision dass wenn ich sage Hochschultag Der erste Montag im Studienjahr ist unser Hochschultag.
00:32:28: Ich will Sie alle da sitzen haben, alle bereit, Stifte gespitzt!
00:32:33: Lasst uns die Hochschule neu erfinden.
00:32:35: was können wir noch besser machen?
00:32:36: Was läuft noch nicht so gut und zwar dass alle irgendwie mitziehen, sich angesprochen fühlen und alle den Eindruck haben das hat mit ihnen zu tun.
00:32:45: Und das betrifft eigentlich alle.
00:32:48: Das betrifgt Studierende genauso wie die Verwaltungsmitarbeiten als auch die Lehrenden.
00:32:53: Also dieses Miteinander so was lebendiges quirliges.
00:32:57: wir haben das in der Hand.
00:32:59: Ich glaube das ist das was ich mir für die Welt da draußen auch wünsche Dass wir das Feld nicht überlassen denjenigen, die andere Vorstellungen und andere Werte haben.
00:33:12: Sondern dass wir die Diversität leben wollen, die Vielfalt- und Lebendlichkeit... Ja!
00:33:21: Also Agile Hochschule, two-thousand sechsund
00:33:23: drei?
00:33:23: Absolut du sagst es.
00:33:25: Du schön zusammengefasst so ist es.
00:33:27: Habt ihr eigentlich ein Leitbild?
00:33:29: weil viele, viele Organisationen haben sich an den vergangenen Jahren Leitbilder gegeben.
00:33:35: Aber meine Wahrnehmung ist dann häufig, wenn ich jetzt beispielsweise eine Lehrendin und einen Studierenden frage.
00:33:43: Was steht denn im Leitbild deiner Hochschule?
00:33:45: Dann wissen wir häufig gar nicht dass es das gibt.
00:33:48: Und wenn Sie's wissen, wissen sie nicht was drinsteht.
00:33:50: Also weil das gehört ja ein Stück weit mit dazu.
00:33:52: also Wenn ich so ne Vision habe muss sich die Menschen auch mitnehmen.
00:33:55: Ich muss überzeugen.
00:33:57: Ein Leitbild kann dafür So bestimmte Buzzwords oder bestimmte Leitplanken Planken im wahrsten Sinne des Wortes auch geben.
00:34:07: Wie steht ihr da mit so einer Leitbildphilosophie oder so eine Idee?
00:34:12: Wir haben das in Ansätzen schon in der Schublade, ich bin aber wahnsinnig unzufrieden weil das ist total unspezifisch.
00:34:20: Das könnte den Hochschule in einem anderen Bundesland genauso geschrieben haben dass es nicht die Eisler noch nicht die Eisler.
00:34:30: Ich glaube, das ist eher ein Ergebnis eines Kulturwannels den ich hier anschiebe als dass ich sage da will ich hin.
00:34:38: Sondern ich will jetzt schon anders leben wie wir miteinander arbeiten, wie wir zu Ergebnissen kommen und wie wir uns verändern wollen um es dann vielleicht wirklich eislerspezifisch werden zu lassen als eine Art Wie wir uns miteinander entwickeln.
00:34:58: so Weil wir hatten das Thema eben schon exzellent, steht überall drüber.
00:35:02: Das klar ist auch unser Auftrag.
00:35:06: aber was daran jetzt eiser spezifisch ist außer dass wir natürlich viel erfolgreicher sind oder lalalala das behaupten aber auch alle.
00:35:14: also von daher kann es ja nur daran liegen oder das Spezifische ist dann, wie wir das Studium leben miteinander.
00:35:24: Wie wird das Hochschulleben gestalten miteinander?
00:35:27: Das ist das Speziefische und das lässt sich aber schwer in Leitbild erfassen.
00:35:35: So, das ist eher eine Lebensform!
00:35:39: Eisler als Lebensform ist auch ein schönes Motto.
00:35:41: Auch
00:35:41: schön!
00:35:42: Wir kommen das auch näher.
00:35:44: Andrea, wir kommen langsam auf die Zielgrade unseres Gesprächs und normalerweise frage ich in der Schlusskurve dann immer so nach einem Musiker oder Dirigentenwilz oder einer kleinen Anekdote Hast du eine Begebenheit aus deinem Hochschularbeitstag bei der du gemerkt hast?
00:36:00: Hier bin ich genau richtig.
00:36:05: Ja aktuell, man sieht es jetzt nicht.
00:36:10: Ich bereite gerade für morgen eine Sitzung vor einen sogenannten Think Tank zum Strukturprozess den wir erzwungenermaßen haben aufgrund der Kürzungen die uns treffen.
00:36:25: Wir haben etwas Zeit gewonnen und müssen uns verschlanken.
00:36:28: Das ist außer Frage.
00:36:30: Keiner will das.
00:36:32: ich habe schon die Abteilungen vordenken lassen, was sie meinen.
00:36:38: Wo liegen Sparpotenziale?
00:36:40: und am Ende bekam ich dann eigentlich nur in leuchten Farben beschrieben wie toll alles läuft, wie erfolgreich alle sind und gleichwohl muss einfach jetzt jeder Stein umgedreht werden und geguckt werden.
00:36:54: brauchen wir das wirklich?
00:36:56: Kann man es etwas reduzieren?
00:36:58: müssen wir etwas weglassen?
00:37:00: Und dieses Gespräch bereite ich morgen vor und da bin ich genau richtig insofern, weil ich methodisch Interessiert und begeistert bin zum Beispiel von der Methode Lego Serious Play.
00:37:18: Lego Serous Play nutzt Legosteine
00:37:21: um
00:37:23: abstrakte Gedanken zu visualisieren diese Skulptur oder das Ergebnis dann zu sprechen und nicht sich in abstrakten Wortblasen und Hülsen irgendwo zu verschanzen, man wirklich sehr konkret zu werden auf den Punkt zu kommen letztlich mit Lego Stein.
00:37:44: Ich habe für morgen beispielsweise die Studienplätze und die Stellen, die Professuren visualisiert mit Lego So dass wir morgen einfach mal Lego-Steine auch wegnehmen können, wieder dran bauen können, versetzen können und gucken was passiert wenn dann.
00:38:01: Ich werde das eröffnen mit dem Auftrag mit Lego erst einmal ihre Vision im Jahr two-tausendsechsunddreißig bauen zu lassen.
00:38:11: Genau!
00:38:12: Das ist ja ein kreativ-partizipative Ansatz?
00:38:15: Absolut genau!
00:38:17: Und ich werde nur moderieren die sollen tatsächlich miteinander sprechen.
00:38:22: Das gehört auch zur Eislad II.null, Agile Hochschule.
00:38:28: Meine Rolle ist die der moderierende, der initiierende Zusammentragen zusammenbringen, produktiv werden und konsequent umsetzen.
00:38:38: Aber das ist jetzt vielleicht eine andere Rolle als vor Jahrzehnten
00:38:41: war.
00:38:43: Ganz andere Frage!
00:38:44: Wann hast du das letzte Mal Flöte gespielt?
00:38:47: Auch noch gar nicht so lange her.
00:38:49: Aber tatsächlich spiele ich erst seit einem Jahr etwa regelmäßig, unregelmäßig ab und zu Kammermusik.
00:38:57: Es gibt eine, kann ich nur empfehlen Berliner Cover-Musikliste in die man sich eintragen kann und dann wird man eingeladen zu Play-Ins und wenn man Zeit hat trifft man auf anderen Kammer Musikbegeisterte und spielt Informationen lustiger Art.
00:39:14: Ja, also ich fange wieder an völlig ohne Anspruch und das tut sehr gut.
00:39:20: Es sind keine Profimusiker dabei sondern wirklich alles nur Armateure mit großer Leidenschaft, mit unter Musiknerz vor dem Herrn Wahnsinn!
00:39:32: Diese Szene ist ja eine wahnsinnsgroße Szene, die man so in die Wahr nimmt.
00:39:36: Die sitzen teilweise auch mit Partituren im Konzert und so weiter?
00:39:39: Wie nimmst du diese Szene wahr?
00:39:42: Sind das die Aficinados sind?
00:39:43: Ist das sozusagen für die wir das quasi jetzt im Bereich Publikum und Umfeld machen?
00:39:50: Nein nicht allein!
00:39:51: Es gibt ja unterschiedliche Zugangsweisen zu der Musik, die wir präsentieren.
00:39:56: Das ist eine mit der Partitur da zu sitzen und dann gegebenenfalls auch falsche Töne zu zählen, klar.
00:40:06: Aber du hast völlig recht!
00:40:07: Ich finde schon dass wir diese kundige Amateur-Szene noch relativ wenig ins Visier genommen haben auch was, was so partizipative Formate betrifft.
00:40:22: Die einzuladen irgendwie ein Amateurorchester mit Studierenden zusammen zu bauen.
00:40:30: Es gibt natürlich solche Projekte – was heißt das?
00:40:32: Biefel Orchestra von den Berliner Philharmonikern, die haben das zum Beispiel gemacht oder vom DSO das Projekt genau... Also von daher, da gibt es doch einige Möglichkeiten und ja die tragen natürlich auch etwas dazu bei dass das was wir tun weitergetragen wird in die Familien.
00:40:52: In den Familienstrukturen als Bereicherung des Lebens und nicht nur als eine professionelle Laufbahn.
00:41:01: Also Hochschul am Motörorchester gibt's noch nicht?
00:41:03: Nein!
00:41:04: Von einer der vierundzwanzig Musikhochschulen ist mir jedenfalls noch nicht über den Weg gelaufen, oder?
00:41:08: Nee.
00:41:08: Ist ja mal ne schöne Sache.
00:41:11: Wäre eine schöne Sache.
00:41:12: Ich dachte auch gerade, führt zum Beispiel die Regierausbildung könnte das ja wirklich etwas sein.
00:41:18: Und vor
00:41:18: allem würde auch der Spektrum der Studierenden erweitern?
00:41:22: Absolut!
00:41:22: Das ist ja auch Realität wiederum.
00:41:24: Also quasi Zeit bei Zeit mit dem Amateur, das könnte schon sehr spannend sein für alle Beteiligten.
00:41:31: Wir sind so kreativ.
00:41:34: Zum guten Schluss, was wünschst du dir als Vorsitzende der Rektorenkonferenz?
00:41:37: Du trittst das Amt im Herbst, den herbst, in den Jahren deiner bevorstehenden Amtszeit.
00:41:45: Welche Themen siehst du jetzt schon dort im Vordergrund?
00:41:49: Was sind die drei Hauptthemen, die die Hochschulen und damit auch Direkturenkonferenzen momentan umtreiben?
00:41:57: Ich will jetzt nicht zu kleinteilig werden, aber natürlich gibt es riesige Themen wie die Gehmerreformen, die uns total umtreibt und unsere Studierenden ja auch betreffen wird.
00:42:10: Und ich frage, welche Existenzen bieten sich denn da eigentlich in Zukunft?
00:42:14: Wie kann man auch politisch wirksam werden?
00:42:18: Aber vielleicht nochmal, auch da ist ja der Blick nach innen sozusagen.
00:42:21: Wir arbeiten als Gruppe zusammen und im Grunde wünsche ich mir und stehe auch dafür etwas Ähnliches wie auch an meiner Hochschule Agilität andere Formen der Zusammenarbeit schneller produktiv werden weniger reden mehr ins tun kommen Produktiv werden.
00:42:40: Das andere ist tatsächlich strategisch in die Kommunikation gehen, auch in die Allianzen.
00:42:49: Mein jetziger Vorsitzender Christian Fischer ist da super engagiert und super präsent und ich glaube darauf kann man aufbauen und das noch weiter nutzen.
00:42:58: und wir werden auch an Social Media nicht vorbeikommen um auch sichtbar zu machen, wie aktiv wir sind.
00:43:04: Denn das nimmt manchmal gar nicht immer so wahr wo wir als RKM aktiv und präsent sind oder dafür kämpfen uns einsetzen ja und letztlich Nachwuchsförderung nachwuchsmangel in den Lehrkräfteausbildung und Musikschullehrkräftenausbildungen Das ist ein Riesenthema, Mulem X. Mikado Studien belegen es ja... Wir haben da eine To-Do Liste und wir müssen uns darüber verständigen an welchen Stellen wir wirklich aktiv werden können und wo liegen die Ursachen vielleicht auch nochmal an anderer Stelle?
00:43:43: Wo wir politisch vielleicht noch mal wirken können aufmerksam machen können.
00:43:48: Ja, das sind so Themen.
00:43:49: Das werde ich sicherlich in den ersten Monaten mit dem neuen Vorstand dann beraten müssen wie wir uns das strategisch aufstellen und ein Programm entwickeln.
00:43:59: Also können wir mit Spannung auf die erste Pressemeldung der neuen Vorsitzenden der Rektorenkonferenz und ihrer Mitstreitenden dann
00:44:09: so warten?
00:44:12: Na ja!
00:44:16: Ich hoffe
00:44:17: Das war Klangvoll, Gerald Mertens im Gespräch mit Andrea Tober, die signierte Vorsitzende der Rektorenkonferenz der Deutschen Musikhochschulen.
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